Arbeitsmarktliche Massnahmen und ihre Wirkungen

 


Zwei der am meisten diskutierten Aggregationseffekte seien hier beispielhaft erwähnt:

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Grundlinien des zweiten Forschungsprogramms Die öffentliche Stellenvermittlung in der Schweiz geniesst international einen ausgezeichneten Ruf. Gründe dafür sind die günstigen gesetzlichen Rahmenbedingungen, die engagierte und professionelle Arbeit der Vollzugsstellen sowie die wirkungsorientierte Steuerung des Systems.

Ein langfristig wichtiger Erfolgsfaktor stellt auch die periodische Überprüfung durch unabhängige Experten dar. Hier spielt die Schweiz mit ihrem umfassenden, volkswirtschaftlich fundierten Ansatz, der deutlich über eine reine Wirkungsevaluation hinaus geht, eine Pionierrolle.

Da das System der öffentlichen Stellenvermittlung und der AMM sehr aufwändig ist, muss sichergestellt werden, dass die Mittel sinnvoll und zielgerichtet eingesetzt werden. Die Tatsache, ob jemand Arbeit hat oder nicht, ist menschlich, sozial und wirtschaftlich sehr bedeutend.

Phasen unfreiwilliger Inaktivität im erwerbsfähigen Alter sind in der Regel mit grosser Frustration und einem wirtschaftlichen Verlust für die Betroffenen verbunden. Aus diesem Grunde engagiert sich der Staat stark in der Arbeitsvermittlung und verpflichtet die Stellensuchenden, an Massnahmen teilzunehmen, die einen Wiedereinstieg in die Erwerbstätigkeit beschleunigen sollen.

Deshalb muss sichergestellt werden, dass die Mittel sinnvoll und zielgerichtet eingesetzt werden. Im Evaluationsartikel der Bundesverfassung wird denn auch verlangt, dass die Massnahmen des Bundes auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

Obwohl diese mit grosser Umsicht durchgeführt wurde, konnten nicht alle Zweifel an der Validität der Ergebnisse ausgeräumt werden. Dafür gab es drei hauptsächliche Gründe: Erstens lag die Einführung aktiver Massnahmen zur Wiedereingliederung der Stellensuchenden erst kurze Zeit zurück. Zuerst mussten Erfahrungen gemacht und schrittweise Verbesserungen eingeführt 4 Die Volkswirtschaft Das Magazin für Wirtschaftspolitik. Grundlage bildet die wirkungsorientierte Vereinbarung zum Vollzug des Arbeitslosenversicherungsgesetzes Avig.

Sie hat zum Zweck, beim öffentlichen Arbeitsvermittlungssystem in der Schweiz eine einheitliche Grundhaltung hinsichtlich der Leistungserbringung zu fördern, um sie leistungsfähiger und effizienter zu gestalten.

Diese Vereinbarung geht vom Grundsatz der wirkungsorientierten Steuerung aus. Sie nennt die anzustrebenden Ziele und Wirkungen des Avig-Vollzugs, formuliert den Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen und unterstützt einen wirksamen Vollzug. Die Evaluation dieses im Fluss befindlichen Systems war infolgedessen vergleichbar mit der Visierung eines beweglichen Ziels. Zweitens wurde ein reiner Vergleich des Mitteleinsatzes und der daraus resultierenden Ergebnisse vorgenommen.

Über die Wirkungszusammenhänge wurde nichts ausgesagt. Damit entfiel auch die Möglichkeit einer Aussage darüber, mit welchen Massnahmen die Wirkung hätte verbessert werden können.

Es erstaunt deshalb nicht, dass die Evaluierten mit den Resultaten nicht viel anfangen konnten. Teilweise wurde auch die mangelnde Praxisnähe moniert. Drittens beschränkte sich die Evaluation auf den Erfolg bei der Wiedereingliederung, gemessen an den Kriterien der wirkungsorientierten Vereinbarung vgl.

Kasten 1 und Tabelle 1. Diese Kriterien fokussieren sehr stark auf dem Wiedereingliederungserfolg, was aus der Sicht der Stellenvermittlung an sich richtig ist. Weitere Auswirkungen, welche die Situation des Stellensuchenden verbessern, werden dagegen ausgeblendet. Diese sollten im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung auch in die Beurteilung der Massnahmen einfliessen. Stossrichtungen der zweiten Welle Die äusseren Voraussetzungen für die Durchführung einer vertieften Evaluation waren gegeben.

Das System der öffentlichen Arbeitsvermittlung hatte die Kinderkrankheiten überwunden sowie an Stabilität und Effizienz gewonnen.

In der Zwischenzeit hatte sich auch eine breitere Datenbasis angesammelt, welche die Anwendung aussagekräftigerer Methoden ermöglichte. Und schliesslich hatte man seit der Einführung des Systems ungefähr einen ganzen Konjunkturzyklus durchlaufen. Folglich setzte man sich in der zweiten Welle zum Ziel, jeweils möglichst frühzeitig alle interessierten Gruppen in den Planungsprozess einzubeziehen.

Der diesbezügliche Meilenstein war eine Tagung des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco im Jahr mit den Vertretern aller kantonalen Arbeitsämter. Aufgabe der Tagung war es, eine ehrliche Beurteilung der ersten Welle vorzunehmen und anschliessend die wichtigsten thematischen und konzeptionellen Eckpunkte der zweiten Welle zu bestimmen. Forschergruppen aus der Schweiz diskutierten mit den für die Umsetzung der Stellenvermittlung und der AMM verantwortlichen Personen sowie mit Vertretern der Bundesverwaltung zur Frage, welche Themenfelder in der zweiten Welle prioritär behandelt werden sollten.

Aus diesen umfangreichen Abklärungen wurden vier Evaluationslose herausgearbeitet. Optimierung der betrieblichen Prozesse Welche Optimierungsmöglichkeiten bei den betrieblichen Prozessen bestehen im Hinblick auf eine weitere Verbesserung der Wirkungen der Stellenvermittlung und der arbeitsmarktlichen Massnahmen? Das erste Los nimmt die Hauptkritik an der ersten Welle der Evaluationen der schweizerischen Arbeitsmarktpolitik auf.

Zwar sei die Wirksamkeit von betrieblichen Tätigkeiten der RAV und AMM valide überprüft worden; die Evaluationen schwiegen jedoch zur für die Praxis entscheidenden Frage, wie die kantonalen Amtsstellen gegeben ihr wirtschaftliches und arbeitsmarktliches Umfeld die Wirksamkeit der Vermittlungstätigkeit verbessern könnten.

Dies war denn auch für die Verwaltungspraxis die interessanteste Fragestellung. Sie erfordert zudem die technisch-methodisch mit Abstand anspruchsvollste Art der Evaluation.

Um angesichts dieser Umstände eine Zweitmeinung zu erhalten, wurden innerhalb dieses Loses zwei Offerten akzeptiert. Die realisierten Projekte unterscheiden sich in der Methode grundlegend: Einerseits kam eine neue mikroökonometrische, andererseits eine bewährte regressionsanalytische Analyse zur 5 Die Volkswirtschaft Das Magazin für Wirtschaftspolitik.

Den beiden Studien liegen Konzeptionen zugrunde, die über weite Strecken komplementär sind, sodass das Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet wird. Die Studien wurden zwischen und realisiert. So ist gewährleistet, dass die Resultate möglichst breit abgestützt sind. Wirkungen auf die Gesamtwirtschaft Bild: Keystone Welche makroökonomischen Wirkungen hat die Arbeitsmarktpolitik?

Für eine möglichst breite politische Akzeptanz ist es langfristig von entscheidender Bedeutung aufzuzeigen, dass nicht nur die Vermittlungseffizienz dank der RAV-Tätigkeit und der AMM gesteigert werden kann Los 1 , sondern auch, ob diese Bemühungen insgesamt zu einer spürbaren Reduktion der Arbeitslosigkeit führen.

Bildlich gesprochen stellt sich die Frage, ob ein Vermittlungserfolg dazu führt, dass anderswo ein anderer Arbeitnehmer die Stelle verliert, oder ob sich durch eine erfolgreiche Vermittlung die Beschäftigung erhöhen oder die strukturelle Arbeitslosigkeit verringern lässt. Hier sind grundsätzlich zwei Perspektiven unterscheidbar: Selbst wenn das Wirtschaftswachstum nicht vom Vermittlungserfolg beeinflusst würde, könnte eine erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik zu einer höheren Beschäftigung und zu einer niedrigeren Arbeitslosenquote führen, indem der vorhandene Spielraum für die Schaffung von Arbeitsplätzen voll ausgenützt würde Verringerung der strukturellen Arbeitslosigkeit.

Alternativ stellt sich auch die Frage, inwieweit es gelingen kann, dank einer möglichst klugen Arbeitsmarktpolitik ein höheres gesamtwirtschaftliches Wachstum zu unterstützen. Nebeneffekte Hat die Arbeitsmarktpolitik nebst positiven auch mögliche negative Nebeneffekte, die unvermeidlich anfallen? Allerdings müssen dann auch potenziell negative Nebeneffekte in Rechnung gestellt werden, wie z.

Eine Abschätzung der quantitativen Bedeutung solcher Effekte ist ebenfalls von hohem politischem Interesse, weil entsprechende Erkenntnisse wertvolle Hinweise über die Arbeitsmarktpolitik hinaus liefern. Organisatorische Umsetzungsprobleme Welche organisatorischen Umsetzungsprobleme gibt es in der Praxis? Der Fokus bei Los 4 ist eher betriebswirtschaftlich ausgerichtet und soll zur Bewältigung an sich unnötiger betriebsinterner Probleme beitragen. Es geht darum, den Einfluss der Betriebskultur besser zu verstehen und Reibungsverluste zu erfassen, die z.

Aus beiden Ansätzen ergeben sich Erkenntnisse, wie die institutionellen Rahmenbedingungen zu verbessern sind. Trotz der Bemühungen um möglichst grosse Transparenz waren zur grossen Enttäuschung der Projektleitung keine Offerten aus der Westschweiz oder dem Ausland darunter. Laut den WTO-Vorgaben war es leider nicht möglich, nachträglich noch die entsprechenden Institute direkt anzugehen.

Eine Schlussfolgerung seitens des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco und der kantonalen Vollzugsstellen steht noch aus, weil die Auswertung der aufgezeigten Effizienzpotenziale und die Entwicklung der entsprechenden Strategien einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Die diesbezüglichen Arbeiten wurden bereits an die Hand genommen und sollen in der ersten Hälfte des Jahres abgeschlossen und kommuniziert werden.

Die eingegangenen Offerten wurden von einer Seco-internen Arbeitsgruppe aufgrund der folgenden fünf Kriterien bewertet: Aufgrund der Anträge dieser Arbeitsgruppe beschloss die Aufsichtskommission am Januar , sechs Studien zu realisieren vgl. Durchführung der Studien Quelle: Dank des grossen Einsatzes insbesondere der Seco-externen Arbeitsgruppenmitglieder und der Auftragnehmer haben die Begleitgruppensitzungen zu einer sehr effizienten Auseinandersetzung mit den Fragestellungen und den Ergebnissen geführt.

Eine der Studien konnte nicht gleichzeitig mit den andern fertiggestellt werden. Gleichzeitig mit den Evaluationsstudien konnte auch die Studie zur Situation der Ausgesteuerten fertiggestellt werden. Sie passt gut in das vorliegende Monatsthema, da sie sich nicht auf den engen Begriff des Vermittlungserfolges beschränkt, sondern die gesamte soziale und menschliche Dimension der Arbeitslosigkeit beschreibt. Ein Wort zu den Resultaten Wie bereits erwähnt, kam im Forschungsprogramm eine Modellvielfalt zur Anwendung, um zu robusten Aussagen zu gelangen, die nicht durch die Besonderheiten einer bestimmten Methode dominiert werden.

Dieses Vorgehen war insofern riskant, als dadurch Widersprüche hätten entstehen können, welche die Aussagen der Analysen kompromittiert hätten. Glücklicherweise ist dies nicht der Fall. Die Studien weisen trotz der unterschiedlichen Ansätze eine weit gehende Übereinstimmung in den wichtigsten Punkten auf. Dies stärkt das Vertrauen in die Resultate. Es gibt ebenfalls eine hohe Übereinstimmung der Resultate mit volkwirtschaftlichen Evaluationen im Ausland.

Das wird vor allem bei der Umsetzung der kontroversen Resultate von Nutzen sein. Für Kurse konnten beispielsweise auch im Ausland keine oder gar eher negative Wirkungen bezüglich einer schnellen Wiedereingliederung nachgewiesen werden.

Die Umsetzung der Ergebnisse liegt auf der Hand. Das Seco und die kantonalen Vollzugsstellen werden in einem ersten Schritt die in den Studien aufgezeigten Effizienzpotenziale auswerten und Strategien entwickeln, um diese auszunützen.

Mit der Veröffentlichung der Studien werden diese Ergebnisse für die Politik allgemein nutzbar gemacht. Sie finden auch weniger häufig und weniger rasch wieder eine neue Stelle. Die durchgeführten quantitativen und qualitativen Untersuchungen zeigen, dass dies nicht zwangsläufig so sein muss. Die Phänomene sind zudem nicht nur durch die durchschnittlich schlechtere Bildung bzw.

Will man die Problematik ernsthaft angehen, so müssen Instrumente und Einzelmassnahmen in der Migrations-, Bildungs-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik sowie der Arbeitslosenversicherung ALV eingesetzt und aufeinander abgestimmt werden. Stefan Spycher Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien Büro Bass , Bern Patrick Detzel Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien Büro Bass , Bern Ausländische Personen sind überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen, auch weil sie vermehrt in Branchen tätig sind, die mehr Arbeitslosigkeit aufweisen als andere.

Welche Faktoren begünstigen den Ausstieg aus der Erwerbslosigkeit? Wo liegen die Ansatzpunkte zur Reduktion des überproportional hohen Erwerbslosigkeitsrisikos bzw. Methoden und Daten Die aufgeworfenen Fragestellungen wurden quantitativ und qualitativ untersucht. Im Rahmen der quantitativen Analyse wurde statistisch-ökonometrisch untersucht, welche Faktoren bei ausländischen Personen die Wahrscheinlichkeit bestimmen, erwerbslos zu werden bzw. Dabei wurde mit zwei Datenquellen gearbeitet: Synthese eines Forschungsprojektes im Rahmen der Wirkungsevaluation der aktiven Arbeitsmarktmassnahmen der Arbeitslosenversicherung.

Um die Wahrscheinlichkeit der Erwerbslosigkeit zu schätzen, wurden für neun Personengruppen mit vier verschiedenen Datensätzen multivariate, logistische Regressionen vorgenommen. Im zweiten Analyseschritt wurden mit der Sake drei unterschiedlich spezifizierte multinomiale Modelle geschätzt, um die Wahrscheinlichkeit des Verlassens der Erwerbslosigkeit zu bestimmen.

Dies erlaubte es, die Erfahrungen der ersten Gruppe zu kontrastieren. Durch die Befragung dieser beiden Gruppen konnten von den unmittelbar Betroffenen Informationen aus erster Hand gesammelt werden. Um auch die Metaebene der strategischen Ausrichtung der Arbeitsmarktpolitik zu berücksichtigen, wurden in neun Interviews zwölf Expertinnen und Experten mit dem Fokus Arbeitsmarkt bzw.

Migration aus Forschung, Verwaltung und Praxis befragt. Ausländische Personen mit tiefem Integrationsgrad haben eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit. Ein höherer Integrationsgrad reduziert also das Erwerbslosigkeitsrisiko; aber auch ein sehr lang andauernder Aufenthalt in der Schweiz u. Werden Berufs- und Brancheninformationen integriert, so sinkt die Bedeutung des Bildungsabschlusses stark.

Die Gefahr, erwerbslos zu werden, ist demnach stärker mit Berufen und Branchen zu erklären. Dort trifft es auch Menschen mit guten Ausbildungen.

Die Ausbildung alleine schützt somit weniger stark als erwartet gegen die Erwerbslosigkeit. Die Interviews bestätigen diese Ergebnisse. Insbesondere wird auf die teilweise schwierigen Biografien hingewiesen, die ausländische Staatsangehörige durchlebt haben. Diese können sich erschwerend auf die Arbeitsbeziehungen und die Leistungsfähigkeit auswirken.

Wahrscheinlichkeit, die Erwerbslosigkeit verlassen zu können Die statistischen Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede in der Wichtigkeit der Einflussfaktoren auf den Austritt aus der Erwerbslosigkeit zwischen den Personen mit Schweizer und solchen mit ausländischem Pass.

Stützt man sich auf diese wichtigsten Faktoren, entscheiden vor allem Merkmale der individuellen Kompetenzen darüber, ob der Austritt früher oder später erfolgt. Bei den ausländischen Stellensuchenden sind folgende fünf Variablen zentral: Stützen wir uns auch hier auf die fünf wichtigsten Variablen, so zeigen sich zwischen ausländischen und schweizerischen Erwerbslosen deutliche Unterschiede.

Keystone erhöhten Risiko der Erwerbslosigkeit betroffen sind, behindert auch den Austritt aus der Erwerbslosigkeit. Strukturelle Variablen verlieren an Aussagekraft Im Vergleich zur Erklärung der Wahrscheinlichkeit, erwerbslos zu werden, verlieren die strukturellen Variablen vor allem für die Schweizer Stellensuchenden an Erklärungskraft. In der Sake werden die Erwerbslosen nach den verschiedenen Suchkanälen für eine neue Erwerbsarbeit gefragt. Dabei finden Erwerbslose, die angeben, auch über das RAV bzw.

Weiter wird danach gefragt, ob und welche Weiterbildungskurse besucht worden sind. Auch hier zeigt sich kein messbarer Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, die Erwerbslosigkeit zu verlassen. Dies betrifft auch Weiterbildungen, die von RAV mitfinanziert worden sind. Für ausländische Erwerbslose können die sozialen Netzwerke die Suche nach einer Erwerbsarbeit erleichtern. Die Dauer der Erwerbslosigkeit ist bei den ausländischen Stellensuchenden im Gegensatz zu den schweizerischen ohne Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, die Erwerbslosigkeit zu verlassen.

Dies unterstreicht die Bedeutung der potenziell diskriminierenden Faktoren. Es eröffnen sich zusätzliche Spielräume für nachhaltige Bildungsmassnahmen, weil der Zeitfaktor bei den ausländischen Stellensuchenden weniger kritisch ist. Aus den Interviews lassen sich zum Ausstieg aus der Erwerbslosigkeit folgende Punkte festhalten: Der Vollzug soll grundsätzlich alle gleich behandeln, damit Rechtsgleichheit herrscht.

Bei ausländischen Stellensuchenden sind ungenügende Sprachkenntnisse, kulturelle Unterschiede und daraus resultierende Haltungen, Einstellungen und Verhaltensweisen, mangelnde Qualifikationen oder ungenügende Nachweisbarkeit resp. Anerkennung , aber auch das Verhalten der Arbeitgeber die wichtigsten erschwerenden Problembereiche.

Das gilt sowohl bei der Stellensuche als auch im Beratungsprozess selber. Die Fälle der 30 befragten ausländischen Personen machen deutlich, dass bei allen Versuchen, übergeordnete Ansatzpunkte herauszuarbeiten jeder Fall seine ganz besonderen Eigenheiten aufweist, die es in der Beratung zu berücksichtigen gilt.

In der Praxis ist neben unterstützender Begleitung in einzelnen Fällen jedoch auch eine gewisse Resignation oder eine Unklarheit in den Strategien bis hin zu Passivität und Hilflosigkeit anzutreffen. Neben den eigentlichen arbeitsmarktlichen Massnahmen AMM könnte der Beratung im engeren Sinne eine wichtige Bedeutung zukommen, da vielfach eine psychologische Begleitung auf persönlicher Ebene und al- 11 Die Volkswirtschaft Das Magazin für Wirtschaftspolitik.

Ganz generell wird von den im Projekt Befragten gefordert, dass im Rahmen der Migrationspolitik Instrumente eingeführt und Massnahmen ergriffen werden, um die Diskriminierung zu bekämpfen. Nach Ansicht vieler RAV-Beratenden sollte im übergeordneten politischen Rahmen der frühzeitigen sozialen und bildungsmässigen Integration mehr Gewicht beigemessen werden.

Dies könnte auf längere Sicht dazu führen, dass die ausländischen Stellensuchenden mit dem schweizerischen Arbeitsmarkt besser vertraut sind, die kulturelle Distanz abbauen und über bessere Netzwerke verfügen.

All diese Faktoren wären bei der Stellensuche und für eine nachhaltige berufliche Integration förderlich. Doch gerade im Beratungsverständnis und in den -kompetenzen sind Unterschiede zwischen den RAV-Beratenden festzustellen.

Das betrifft sowohl die persönliche Auslegung und Gestaltung als auch die Vorgaben und Forderungen aus dem übergeordneten Umfeld im Sinne der Umsetzung der wirkungsorientierten Vereinbarung sowie die vorhandene institutionelle Unterstützung und Förderung. Es wird jedoch auf die Notwendigkeit der inhaltlichen, methodischen, zeitlichen und organisatorischen Angepasstheit hingewiesen.

Im Speziellen werden zu Sprachkursen, Qualifizierungsmassnahmen oder Beschäftigungsprogrammen einzelne Einschränkungen und Ansatzpunkte herausgestrichen. Sie ist eine wichtige Voraussetzung für die Verständigung und die soziale, berufliche und kulturelle Integration.

Im Unterschied zum Ausland wird bisher in der Schweiz bei der Immigration wenig unternommen, um die Sprachkompetenzen aufzubauen, zu fördern bzw. Präventive Bildungsmassnahmen zur Reduktion des Erwerbslosigkeitsrisikos seien im Rahmen der Bildungspolitik zu ergreifen.

Solange die notwendigen Investitionen in der Bildungspolitik aber nicht vorgenommen werden, sollte überlegt werden, ob in der ALV entsprechende Ersatzinvestitionen vorgenommen werden sollten.

Besondere Bedeutung kommt der Migrations- und der Bildungspolitik zu vgl. Welche möglichen Massnahmen sehen die verschiedenen Akteure im Bereich der Arbeitslosenversicherung? Über die eigentlichen aktiven AMM hinaus wird in den Gesprächen mit den RAV-Beratenden der hohe Stellenwert der Beratung an sich psychologische Begleitung betont ganz im Gegensatz zur Fokussierung, wie sie in der Wirkungsvereinbarung und ihrer Umsetzung gefordert wird.

Beispiele und Hinweise der Befragten legen nahe, dass weniger die Massnahmen als vielmehr die begleitenden Fortschritte in der Beratung selbst eine nachhaltige Wirkung in Richtung beruflicher und sozialer Integration zeitigen können. Anstatt bei schwierigen Haltungen und unklaren Motivlagen mit Druck und Sanktionen vorzugehen, scheint ein Arbeiten an wichtigen Teilaspekten Geschlechterfragen, Vorstellungen und Einschätzungen der eigenen Situation, Einstellung gegenüber Einsatz und Leistung, Wirkung von Verhaltensweisen, Einsicht in den Sinn gewisser Massnahmen usw.

Es werden Beispiele mit Modellcharakter aufgeführt: Sensibilisierungs- oder Schulungsmassnahmen im Bereich des interkulturellen Verständnisses, Rekrutierung von Personalberatenden aus der zweiten Generation sowie regelmässige Supervisionen und kollegiale Fallbesprechungen Intervisionen. Nach Auffassung der Experten sind spezifisch auf ausländische Personen zugeschnittene Massnahmen nicht notwendig. Die Experten regen an, bestehende interessante Modelle auszuweiten oder neue auszuprobieren: Genannt werden Übungsfirmen, Lohnmitfinanzierungsmodelle für Niedriglohnarbeit, Finanzierung von Teilzeitstellen kombiniert mit Weiterbildung, Stafettenmodelle, Altersteilzeit oder schweizweiter Zusammenzug für spezifisches Integrationscoaching.

Die Sprachkompetenzen und die Bildung sind wichtige individuelle Ressourcen, die den Weg aus der Erwerbslosigkeit erleichtern können. Wie erwähnt sollten in den vorgelagerten Bereichen der Migrations- und Bildungspolitik entsprechende Investitionen getätigt werden.

Bei vielen ausländischen Erwerbslosen der ersten Generation wurden diese aber nicht vorgenommen. Unsere Empfehlungen beschränken sich daher auf diesen Bereich, auch wenn die politisch vorgelagerten Bereiche ebenso zentral sind. Die Bekämpfung der Diskriminierung von Ausländerinnen und Ausländern ist eine übergeordnete Querschnittsaufgabe. Durchführung von Aufklärungs- und Sensibilisierungsmassnahmen bei den Arbeitgebern; Prüfung von Modellen, die für Arbeitgeber finanzielle Anreize schaffen, ausländische Personen bei der Einstellung bzw.

Entlassung nicht zu diskriminieren; RAV-interne Massnahmen: Vor dem Hintergrund der Wirkungsvereinbarung ist zwar nachvollziehbar, wenn RAV-Beratende bei der Vermittlung den diskriminierenden Auflagen von Arbeitgebern Folge leisten; aus gesamtgesellschaftlicher Sicht ist dies jedoch problematisch.

Die Finanzierung könnte über Bundessteuern erfolgen, da es sich um Kompensationen von unterlassenen Massnahmen der Migrations- und Bildungspolitik handelt. Ergänzend ist auch die Einführung von neuen Massnahmen zu prüfen, z. Da der Beratungsprozess für den Erfolg der Beratung besonders wichtig ist, sollen die psychologischen Aspekte der Beratung und ihre organisationale Unterstützung weiter professionalisiert werden.

Bildungsvoraussetzungen und bei der Aus- und Weiterbildung zu berücksichtigen wäre. Dazu gehört ebenfalls die Institutionalisierung von geeigneten Gefässen zur Reflexion und Weiterentwicklung des Rollenverständnisses, zur Verbesserung der Massnahmenzuweisung und Optimierung der Beratungsstrategien, wie z.

Um den Beratungsprozess der ausländischen Stellensuchenden wirkungsvoller zu gestalten, wird die gezielte Rekrutierung von RAV-Beratenden aus der zweiten Generation empfohlen. Zudem sind spezifische interkulturelle Weiterbildungen vorzusehen. Welche Faktoren sind es, die den Vermittlungserfolg beeinflussen? In der vorliegenden Studie wurden die unterschiedlichen Strategien und deren Erfolgaussichten bei der Stellenvermittlung identifiziert.

Weil eine flächendeckende Analyse zu aufwändig gewesen wäre, wurde die Untersuchung auf zwei Gruppen von Stellensuchenden beschränkt, welche die RAV vor besondere Herausforderungen stellen: Die RAV verfügen über verschiedenste Möglichkeiten zur Förderung der Vermittlungsfähigkeit der Arbeitslosen und bestimmen zudem wesentlich den Zeitpunkt der Massnahmen.

Durch eine vertiefte Analyse der Beratungs- und Vermittlungsstrategien der RAV mit quantitativen und qualitativen Erhebungsverfahren wurden verschiedene Strategien ermittelt und anschliessend deren Effekte zur Arbeitsmarktintegration untersucht.

Indikatoren und Vorgehen Neben der persönlichen Beratung und Vermittlung steht der öffentlichen Arbeitsvermittlung mit den arbeitsmarktlichen Massnahmen AMM eine breite Palette von Möglichkeiten zur Auswahl, welche die rasche und nachhaltige Arbeitsmarktintegration der Stellensuchenden zum Ziel haben. Im weiteren Sinn können auch der Zwischenverdienst sowie die Sanktionen als Mittel zur Erreichung dieser Zielsetzung gezählt werden. Insgesamt konnten wir anhand von sieben Indikatoren den Einsatz von verschiedenen Beratungsstrategien für über hundert RAV statistisch analysieren vgl.

Im ersten Schritt wurde eine beschreibende Auswertung dieser Indikatoren erstellt. Diese zeigte erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen RAV 2. Mit Hilfe von multivariaten statistischen Analysemethoden wurden in einem zweiten Schritt Gruppen so genannte Cluster von RAV gebildet, welche sich bezüglich ihrer Strategien innerhalb der selben Gruppe möglichst ähnlich und im Vergleich zu anderen Gruppen möglichst unterschiedlich verhalten.

Insgesamt konnten auf der Basis der erwähnten drei Indikatoren fünf unterschiedliche Muster identifiziert werden. Die quantitativ-statistische Analyse zum Zusammenhang der Cluster mit den Wirkungsindikatoren gab zwar Hinweise, war aber aufgrund der Datenlage nicht aussagekräftig.

Der Frage nach besonders wirksamen Strategien zur Arbeitsmarktintegration wurde deshalb in einem dritten Schritt vertieft mit einer qualitativen Datenerhebung nachgegangen. Auf der Basis der Hinweise, welche die quantitative Auswertung bezüglich der unterschiedlichen Strategien lieferte, wurden zehn RAV für vertiefte qualitative Analysen ausgewählt.

Welche Beratungs- und Verfügungsstrategien lassen sich erkennen? Die inhaltsanalytische Auswertung der Interviews zeigt, dass die RAV bei den älteren Stellensuchenden hauptsächlich mit zwei Gruppen konfrontiert sind: Kaderpersonen oder Personen mit sehr spezifischer Fachqualifikation und langjährige Angestellte mit einer mehr oder weniger vertikalen Karriere.

In beiden Fällen legen die RAV besonderen Wert auf die Unterstützung der Betroffenen bei der beruflichen Standortbestimmung, der Definition des Stellensuchfeldes und der Suchstrategie sowie auf die Unterstützung bei psychosozialen Problemen im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit.

Bezüglich der Beratungsund Verfügungsstrategien wurden die folgenden drei Unterschiede erkannt: Andere RAV betrachten es hingegen als ihre Aufgabe, diese Gruppe von Stellensuchenden bei den genannten Themenstellungen auch im Rahmen der Beratungsgespräche zu unterstützen.

Allgemeine Breite Anteil der Stellensuchenden mit des Massnahmeneinsatzes einer arbeitsmarktlichen Massnahme 2. Spezifische Breite Anteil der Stellensuchenden, für welche des Massnahmeneinsatzes eine Bildungsmassnahme verfügt wurde 3. Tiefe des Summe der Massnahmentage, welche für Personen mit Massnahmeneinsatzes einer arbeitsmarktlichen Massnahme verfügt wurde 4.

Zeitpunkt Der Zeitraum zwischen der Eröffnung der Rahmenfrist und des Massnahmeneinsatzes dem Einsatz der ersten längeren arbeitsmarktlichen Massnahme 5.

Zwischenverdienst Anteil aller Stellensuchenden mit einem Zwischenverdienst 6. Beratungsgespräche Anzahl der monatlichen Beratungsgespräche 7.

Sanktionen Anteil der Stellensuchenden mit Einstelltagen Quelle: Auf der einen Seite die Schulabgängerinnen und -abgänger, die im Verlauf der obligatorischen Schulzeit keine Lehrstelle gefunden haben, die jedoch eine Lehre absolvieren möchten, auf der anderen Seite junge Stellensuchende mit einer beruflichen Grundausbildung Anlehre oder ohne beruflichen Abschluss.

Die deutlich am häufigsten verfügte Massnahme bei den Schulabgängern sind Motivationssemester. Die vertiefte qualitative Analyse der Beratungs- und Verfügungsstrategien hat zudem gezeigt, dass Jugendliche in der Regel durch spezialisierte Personalberatende der RAV unterstützt werden. Die strategischen Unterschiede beziehen sich auf die folgenden drei Aspekte: Etliche RAV kooperieren systematisch mit den relevanten Stellen des Bildungssystems berufsberatende Abklärungen oder Information während des 9.

Schuljahres über die Lehrstellensuche und das Motivationssemester. Andere RAV sind diesbezüglich zurückhaltender. Andere RAV wollen diese Gruppe schnell wieder eingliedern. Dort legt man primär Wert auf den Erhalt der Arbeitsmarktfähigkeit über Zwischenverdienste oder Beschäftigungsmassnahmen. Nicht zielgruppenspezifische, kürzere Basisangebote wie etwa Informationstage wurden dadurch aus den Analysen ausgeschlossen. Ein weiterer Unterschied zeigt sich bezüglich des Zeitpunkts der ersten grösseren Massnahme.

Entweder wird die Strategie verfolgt, dass bei Bedarf frühzeitig eine Massnahme zur Unterstützung bei der Standortbestimmung und der Suchstrategie zugewiesen wird, oder die Strategie ist eher geprägt durch Abwarten. Schliesslich unterscheidet sich das Angebot an persönlichkeitsorientierten Kursen zur beruflichen Standortbestimmung und zur Suchstrategie in den Kantonen.

Ein Teil der untersuchten Kantone hat funktionsspezifische Angebote, zum Beispiel für Kader oder spezifische Fachgebiete. Andere Kantone setzen eher auf Angebote, bei welchen der Teilnehmerkreis nicht über die Funktion, sondern über das Alter definiert wird meist ab 50 Jahren.

Welche Strategien für ältere Stellensuchende mit guter Qualifikation? Als massgebliche Einflussfaktoren der Arbeitsintegration von älteren, gut qualifizierten Stellensuchenden haben sich die personenbezogenen Faktoren Qualifikation, psychosoziale Situation und Suchstrategie sowie die Ausgangslage auf der Seite des Arbeitsmarktes erwiesen: Die älteren, gut qualifizierten Stellensuchenden verfügen auf Grund der meist langjährigen Tätigkeit in derselben Institution oft über einseitige zu betriebsspezifische oder zu spezialisierte Qualifikationen.

Häufig sind sich die Betroffenen dieses Sachverhalts nicht bewusst. Die Statuseinbusse, die zwischen der bisherigen beruflichen Stellung und dem Status als arbeitslose Person besteht, wird von vielen Betroffenen als gravierend wahrgenommen.

Da sich die Betroffenen meist jahrelang nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt bewegt haben, verfügen sie kaum über aktuelle Erfahrungen mit der Stellensuche. Ausgangslage auf Seite des Arbeitsmarkts: Die Gruppe der älteren, gut qualifizierten Stellensuchenden entspricht in der Regel nicht dem Wunschprofil der Ausschreibungen der Firmen. Erfolgreiche Strategien Die Analysen haben deutlich gemacht, dass sich Zwischenverdienste, persönlichkeitsorientierte Kurse zur beruflichen Standortbestimmung und Suchstrategie sowie Fachkurse zur Aktualisierung der Qualifikationen als besonders wirksame Massnahmen zur beruflichen Integration von älteren, gut qualifizierten Stellensuchenden erwiesen haben: Hingegen eignen sie sich nur bedingt für die Unterstützung bei Standortbestimmung und Suchstrategie sowie beim Umgang mit der Arbeitslosigkeit Die qualitativen Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Anzahl der verfügten Massnahmen die Wirksamkeit der Arbeitsmarktintegration nicht beeinflusst.

Hingegen gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der Massnahme und der beruflichen Integration. RAV, welche ihre Funktion bei der untersuchten Gruppe eher in der Abklärung und der Triage als in der Beratung sehen, verfügen in der Praxis eher früher Massnahmen und scheinen erfolgreicher zu sein Regionale Arbeitsvermittlungszentren Welche Strategien für junge Stellensuchende mit niedriger Qualifikation?

Auch persönlichkeitsorientierte Kurse sind in Bezug auf die Arbeitsmarktintegration wirkungsvoll, falls eine stellenlose Person bei der beruflichen Standortbestimmung, der Suchfelddefinition und der Suchstrategie Unterstützung benötigt und diese gezielt und frühzeitig erfolgt. Gezielte Fachkurse zur Aktualisierung der bestehenden Qualifikationen haben ebenfalls oft Erfolg gezeigt, da nicht mehr aktualisierte Qualifikationen ein zentrales Problemfeld der untersuchten Gruppe darstellen.

Die Analysen haben zudem gezeigt, dass die Beratungsgespräche bei älteren, gut qualifizierten Stellensuchenden eine wichtige Auch bei den jungen Stellensuchenden mit niedriger Qualifikation lassen sich die massgeblichen Einflussfaktoren für die Strategien der RAV in ähnlicher Weise gruppieren: Die Gruppe der jungen, gering qualifizierten Personen weist oft schulische Lücken und nicht selten Sprachdefizite in der Landessprache der Wohnregion auf.

Hinzu kommen in vielen Fällen Schwächen im Bereich der sozialen Kompetenzen wie beispielsweise mangelnde Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Anpassungsfähigkeit sowie hinsichtlich Ausdauer und Umgangsformen.

Zudem kommt das Fehlen einer Tagesstruktur dem Peergruppenverhalten dieser Altersgruppe entgegen und ist für die Betroffenen oft keine unangenehme Lebensweise. Im Rahmen der obligatorischen Schulzeit werden Jugendliche mit den genannten erschwerten Ausgangsbedingungen bei der Lehrstellensuche meist nicht speziell begleitet. Kader- oder Personen mit sehr spezifischer Fachqualifikation und langjährige Angestellte mit vertikaler Karriere.

Der Zwischenverdienst erwies sich für diese Gruppen als besonders wirkungsvolle Massnahme. Zusätzlich stehen den Jugendlichen kantonale und städtische Berufs- und Informationszentren zur Verfügung, welche den Prozess der Berufswahl unterstützen. Für junge Personen ohne Berufsabschluss ist die Stellensuche besonders schwierig.

Arbeitgeber bevorzugen Personen mit Berufserfahrung. Diese bieten eine intensive Begleitung beim Berufswahlprozess und können schulische und sprachliche Defizite verringern und soziale Kompetenzen fördern. Jugendliche Stellensuchende profitieren vor allem von Beschäftigungsprogrammen. Diese gewährleisten eine Tagesstruktur, erhalten die Arbeitsmarktfähigkeit und ermöglichen die Aneignung von weiterer Berufserfahrung.

Für die Gruppe der jungen Stellensuchenden ohne Berufsabschluss erweist sich eine berufliche Zertifizierung im Rahmen einer Teilnahme an einem Kursangebot als Erfolg versprechend. Temporäre Stellen erweisen sich dann als effiziente Möglichkeit zur Integration junger Stellensuchenden, wenn diese auf Berufserfahrung und Referenzen angewiesen sind. Regelmässige Beratungsgespräche im Abstand von zwei bis vier Wochen haben sich als wirksame Unterstützung für diese Personengruppe sowohl bei der Suche von Lehrstellen oder Arbeitsstellen als auch bei der Bewältigung von Problemen auf der psychosozialen Ebene erwiesen.

Im Umgang mit allen Jugendlichen sind konkrete Zielsetzungen bezüglich der Arbeitsbemühungen beziehungsweise der Lehrstellensuche und deren konsequente Kontrolle wichtig. Die Kontrolle ermöglicht es, trotz fehlendem wirtschaftlichem und sozialem Druck Arbeitsbemühungen zur Arbeitsmarktintegration einzufordern.

Fazit Die Untersuchung hat einerseits gezeigt, dass für die Arbeitsmarktintegration der untersuchten Gruppen Erfolg versprechende Massnahmen zur Verfügung stehen und sich auch gewisse Abläufe bewährt haben. Andererseits konnte aufgezeigt werden, dass erhebliche Differenzen bei der strategischen Ausrichtung der Arbeitsmarktintegration für die beiden untersuchten Gruppen existieren.

Damit diese noch exakter bestimmt und mit den Werten der Wirkungsindikatoren in Verbindung gesetzt werden können, braucht es in Zukunft jedoch eine differenziertere statistische Erfassung der AMM, welche den spezifischen Inhalten und Zielen der Massnahmen gerecht wird. Viele Angebote lassen sich heute nicht mehr bloss als Beschäftigungs- oder Bildungsmassnahme einordnen, sondern enthalten sowohl praktische als auch qualifizierende Elemente.

Viele Angebote definieren zudem den Teilnehmerkreis explizit zielgruppenspezifisch z. Mit einer genaueren Kategorisierung der AMM und den entsprechenden Auswertungen könnten den RAV Informationen zur Verfügung gestellt werden, damit diese effiziente und effektive Beratungs- und Verfügungsstrategien umsetzen können. Diese Frage wurde mittels eines ökonometrischen Modells erstmals für die Schweiz untersucht.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass vor allem vorübergehende Beschäftigung hilft, die Zahl der Stellensuchenden zu reduzieren. Wie bereits in vergleichbaren Studien für andere Länder festgestellt wurde, ist der empirisch nachweisbare Zusammenhang zwischen den AMM und der Quote der Stellensuchenden schwach.

Die Konjunktur hat einen ungleich stärkeren Einfluss auf die Zahl der Stellensuchenden. Wenn arbeitsmarktliche Massnahmen auf der individuellen Ebene Wirkung zeigen, heisst das nicht, dass auch die Arbeitslosigkeit zurückgeht. Von den untersuchten AMM zeigt einzig die vorübergehende Beschäftigung eindeutig die beabsichtigte Wirkung der Reduktion der Stellensuchendenquote.

Dank eines Sprachkurses findet zum Beispiel die arbeitslose ehemalige Angestellte eines Reisebüros, Frau Müller, wieder eine neue Stelle. Auf aggregierter, makroökonomischer Ebene kann die Wirkung in diesem Beispiel anders beurteilt werden: Hätte Frau Müller keinen Sprachkurs absolviert, dann hätte das Reisebüro Herrn Meier eingestellt, welcher die geforderten sprachlichen Fähigkeiten auch ohne Kurs mitbringt.

Der Sprachkurs wäre aus makroökonomischer Sicht letztlich wirkungslos ein Nullsummenspiel, der die Arbeitslosigkeit nicht reduziert. Gesamtwirkung schwierig messbar Wenn arbeitsmarktliche Massnahmen auf der individuellen Ebene Wirkung zeigen, bedeutet dies also noch nicht, dass die Arbeitslosigkeit zurückgeht.

Die Feststellung von positiven individuellen Wirkungen genügt der Arbeitsmarktpolitik nicht. Vielmehr muss sich diese fragen: Können AMM die Arbeitslosigkeit reduzieren? Datenprobleme und nur schwach messbare Zusammenhänge erschweren eine klare Antwort. Arbeitsmarktliche Massnahmen und ihre Wirkung auf die Stellensuchendenquote Individuelle Effekte Aggregationseffekte Arbeitsmarktliche Massnahmen regional aggregiert Regressionsmodell Auswirkungen auf Makrogrösse Stellensuchendenquote Berücksichtigung weiterer Effekte Kontrollvariablen Analyse auf: Die individuell festgestellten Wirkungen dürfen nicht aggregiert werden, da nicht sicher ist, dass ein Stellensuchender weniger auch die Gesamtzahl der Stellensuchenden reduziert.

Zwei der am meisten diskutierten Aggregationseffekte seien hier beispielhaft erwähnt: Hätte ein geförderter Arbeitsuchender auch ohne AMM eine Stelle gefunden, so hätte sich die Stellensuchendenquote auf jeden Fall reduziert.

Als Datengrundlage dienen Monatsdaten von Januar bis Dezember Aus Grafik 2 geht deutlich hervor, dass diese Quote und damit die Zahl der Stellensuchenden im Zeitablauf grossen Schwankungen unterliegt. Dafür werden insgesamt fünf verschiedene AMM unterschieden siehe Kasten 1. Zwei Modelle interessante Auswirkungen arbeitsmarktlicher Massnahmen auf die Stellensuchendenquote empirisch erhärten.

Für dieses Modell spricht die deutlich verlässlichere Datengrundlage. Effekt der Massnahmen auf die Zahl der Stellensuchenden, welche eine Stelle gefunden haben.

Dieses Modell hat den Vorteil, dass es direkter den interessierenden Zusammenhang misst. Dienstleistungen Immobilien, Beratung Quelle: Von den untersuchten AMM schneidet die vorübergehende Beschäftigung am besten ab.

Die Ergebnisse können wie folgt zusammengefasst werden: Den beabsichtigten Effekt finden wir bei der vorübergehenden Beschäftigung: Keinen Effekt finden wir bei den Basisprogrammen und den Sprachkursen: Widersprüchliche Effekte sind bei den Informatikkursen bzw.

Die beiden Modelle liefern jeweils gegensätzliche Ergebnisse. Ausserdem vermitteln sie Basiswissen für die Stellensuche, wie z. Sprachkurse vermitteln Kenntnisse in einer der Landessprachen und ermöglichen so eine erfolgreiche Bewerbung.

Wenn es zum näheren Berufsumfeld des Stellensuchenden passt, werden einem Erwerbslosen auch Fremdsprachenkurse zugewiesen. Dies kann zum Beispiel bei Reisebüro-Mitarbeitenden zutreffen. Allgemeine Informatikkurse umfassen eine Einführung und Vertiefung für Anwender. Programme zur vorübergehenden Beschäftigung bezwecken, die dauerhafte und möglichst rasche berufliche Wieder- Eingliederung der Versicherten zu erleichtern.

Dies kann einerseits durch berufsnahe Tätigkeiten erfolgen, welche der Ausbildung und den Fähigkeiten der Versicherten sowie der Arbeitsmarktlage bestmöglich entsprechen. Damit wird die Arbeitsmarktfähigkeit erhalten oder verbessert.

Andererseits wird die Wiedereingliederung durch integrierte Bildungsanteile gefördert, die auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes sowie der versicherten Personen ausgerichtet sind. Programme zur vorübergehenden Beschäftigung können in öffentlichen und privaten, nicht gewinnorientierten Institutionen ausgeübt werden. Aufgrund geringer Fallzahlen haben wir auch fachspezifische Informatikkurse sowie berufliche Weiterbildung kaufmännische Weiterbildung, handwerkliche und technische Weiterbildung in diese Kategorie eingereiht.

Die Analyse auf Stufe dieser vier Wirtschaftsklassen bestätigt die Ergebnisse der gesamtwirtschaftlichen Analyse weitgehend: Analog zu den Ergebnissen auf der gesamtwirtschaftlichen Ebene zeigt die vorübergehende Beschäftigung am deutlichsten die erwünschten Wirkungen.

Basisprogramme und Sprachkurse Ausnahme: Dienstleistungen in den Bereichen Immobilien und Beratung haben auf der Ebene der vier betrachteten Wirtschaftsklassen kaum Auswirkungen auf die Stellensuchendenquote. Ebenfalls geringe Auswirkungen haben die übrigen Kurse Ausnahme: Bei den Informatikkursen zeigt sich kein einheitliches Bild: Die Auswirkungen sind je nach Wirtschaftsklasse unterschiedlich. Insgesamt nur schwach messbarer Einfluss der Massnahmen Die Erkenntnisse und möglichen Aussagen lassen sich wie folgt zusammenfassen: Dieses Ergebnis wird in allen getesteten Modellen bestätigt.

Dementsprechend sind auch die Ergebnisse wenig robust. Das robusteste Ergebnis ist der oben erwähnte Effekt der vorübergehenden Beschäftigung.

Vermögen diese Massnahmen das Ziel einer Senkung der aggregierten Arbeitslosigkeit zu erreichen? Und wenn ja, in welchem Umfang? Die Studie betritt zur Beantwortung dieser Fragen insofern Neuland, als ein stringenter theoretischer Rahmen verwendet wird, welcher die Dynamik des gesamten Arbeitsmarktes abbildet. Auf diese Weise wird sichtbar, dass Weiterbildungskurse im Rahmen der AMM zwar die Arbeitslosigkeit reduzieren, dass hingegen die Anzahl Stellensuchender gegenüber einem System ohne solche Kurse beträchtlich zunimmt.

Keystone durch alle drei Massnahmen erreicht wird. Das gilt jedoch nicht notwendigerweise für das Ziel einer Steigerung der Beschäftigungsquote auf regulären Stellen. Vorgehen und Fragestellung Die Studie fokussiert auf den Effekt von arbeitsmarktlichen Massnahmen der Schweiz auf die gesamtwirtschaftliche Arbeitslosigkeit. Im Gegensatz zu mikroökonometrischen Evaluationsstudien, die Massnahmeneffekte auf Basis eines Vergleichs zwischen Teilnehmern und Nichtteilnehmern abschätzen, steht die gesamtwirtschaftliche Perspektive im Vordergrund.

Um einer solchen Sicht Rechnung zu tragen, wird die Dynamik des gesamten Arbeitsmarktes in einem theoretischen Search-Matching-Modell 1 abgebildet. Auf diese Weise können makroökonomische Effekte der Arbeitsmarktpolitik identifiziert werden, die in mikroökonometrischen Evaluationsstudien ausgeblendet sind.

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Beantwortung der folgenden beiden Fragen, denen aus wirtschaftspolitischer Sicht zentrale Bedeutung zukommt: Die spezifischen Annahmen basieren auf Plausibilitätsüberlegung; sie können aber auch durch 22 Die Volkswirtschaft Das Magazin für Wirtschaftspolitik.

Zahlreiche Robustheitstests zeigen, dass sich die Resultate nicht stark ändern, wenn die Annahmen über solche exogenen Parameter variiert werden. Die einzelnen Modelle werden so kalibriert, dass die folgenden Grössen der Situation in der Schweiz entsprechend abgebildet werden: Zum anderen wird analysiert, wie sich eine veränderte Ausgestaltung der einzelnen Massnahmen wie etwa eine verstärkte Zuweisung zu einzelnen Programmen, eine erhöhte Präsenzzeit etc.

Um die gesamtwirtschaftlichen Effekte abzuschätzen, werden die zentralen Parameter des Modells so gewählt, dass sie den auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt empirisch beobachteten Grössenordnungen entsprechen.

Für Parameter, die nicht direkt beobachtbar sind, werden Werte herangezogen, die auch in vergleichbaren internationalen Studien zugrunde gelegt Wirkungen der einzelnen AMM Beschäftigungsprogramme Beschäftigungsprogramme reduzieren sowohl die Arbeitslosenquote als auch die Quote der Stellensuchenden. Gemäss unserer Basissimulation senken Beschäftigungsprogramme die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte, jene der Stellensuchenden um 0,1 Prozentpunkte.

Der Grund ist folgender: Um zu vermeiden, einem Beschäftigungsprogramm zugewiesen zu werden, suchen Arbeitslose intensiver nach Jobs als in einem System ohne Beschäftigungsprogramme. Selbst wenn der Treatment-Effekt dieser Programme negativ ist wie das in mikroökonometrischen Evaluationsstudien für die Schweiz festgestellt wurde , ergibt sich eine Reduktion der aggregierten Arbeitslosigkeit.

Die Politikparameter für Beschäftigungsprogramme sind die Präsenzzeit in solchen Programmen und die Zuweisungsrate in solche Programme. Die Arbeitslosenquote würde ebenso wie die Stellensuchendenquote um weitere 0,2 Prozentpunkte sinken. Dies liegt daran, dass die höhere Anzahl von Programmteilnehmenden den aggregierten Abfluss aus Arbeitslosigkeit reduziert, obwohl die Abgangsrate für arbeitslose Nichtteilnehmende ansteigt.

Gerfin und Lechner Die Reduktion der Anzahl Stellensuchender und Arbeitsloser durch die Existenz von Beschäftigungsprogrammen wird in der Kalibrierung durch den Droheffekt dieser Massnahme erzeugt. Weil arbeitslose Individuen vermeiden wollen, einem Beschäftigungsprogramm zugewiesen zu werden, werden sie intensiver nach einer regulären Stelle suchen.

Studien über vergleichbare Programme für die USA sowie für Australien zeigen, dass ein solcher Droheffekt quantitativ von Bedeutung ist. Der Grund dafür ist eine Verdrängung von regulären Stellen durch Zwischenverdienststellen. Demzufolge würde die aggregierte Beschäftigung Zwischenverdienst plus reguläre Stellen zwar um 0,9 Punkte zunehmen, die Anzahl Personen auf regulären Vollzeit- Stellen hingegen um 0,7 Punkte sinken.

Dies liegt daran, dass der Anreiz eines Arbeitslosen, eine solche Stelle anzunehmen, deutlich abnimmt. Zwischenverdiener haben bei gegebenen Suchanstrengungen zwar bessere Chancen, einen regulären Job zu finden; eine längere Arbeitszeit erhöht aber die Kosten der Jobsuche, was die Attraktivität eines Zwischenverdienstes reduziert. Das bedeutet, dass Firmen für solche Stellen höhere Löhne anbieten müssen, sodass weniger solche Stellen ausgeschrieben werden.

Insgesamt wird sich der Anteil Personen auf Zwischenverdienststellen stark reduzieren. Weitere Simulationen zeigen, dass diese Effekte umso stärker sind, je grosszügiger das Arbeitslosenversicherungssystem ausgestaltet ist. Dieser verstärkende Effekt kommt deshalb zustande, weil die Ersatzquote die Kompensationszahlung für einen Zwischenverdiener determiniert.

Für Firmen wird die Ausschreibung von Zwischenverdienststellen bei Personen mit einer hohen Ersatzquote kostengünstiger. Bewerbungskurs Bewerbungskurse zielen darauf ab, die Stellensuche von arbeitslosen Personen effizienter zu gestalten. Ökonometrische Evaluation der arbeitsmarktlichen Massnahmen. Beiträge zur Arbeitsmarkpolitik Nr. Review of Economic Studies, 61 3 , S chende Personen, sich um eine neue Stelle zu bemühen, nicht eindeutig. Nichtteilnehmer könnten einen Anreiz haben, intensiver nach einer neuen Stelle zu suchen, um nicht an einem Bewerbungskurs teilnehmen zu müssen.

Ist ein solcher Kurs allerdings sehr erfolgreich, so haben arbeitslose Personen einen stärkeren Anreiz, sich solchen Kursen zuweisen zu lassen, dafür aber weniger intensiv nach einer neuen Stelle zu suchen.

In Simulationen, in welchen die Suchanstrengungen endogen bestimmt werden, dominiert der letztere Effekt.

Für den Fall, dass viele stellensuchende Personen in vergleichsweise erfolgreichen Kursen sind, steigt die aggregierte Abgangsrate aus Arbeitslosigkeit und somit sinkt die durchschnittliche Verweildauer in Arbeitslosigkeit.

Deshalb ist ein Arbeitsmarkt mit Bewerbungskursen durch eine tiefere Stellensuchendenquote gekennzeichnet. Dieser Effekt ist umso stärker, je höher die Einkommensersatzrate, die Zuweisungsrate in Bewerbungskurse sowie die für diese Kurse erforderliche Präsenzzeit ist. Weiterbildungskurs Der Arbeitsmarkt, der unserer Untersuchung zugrunde liegt, ist durch Qualifikationsverlust bei lang andauernder Arbeitslosigkeit gekennzeichnet.

Unsere Simulationen gehen in Übereinstimmung mit bisherigen mikroökonometrischen Evaluationsstudien für die Schweiz davon aus, dass die Teilnahme an einem Kurs den Absolventen nicht automatisch rascher zu einem Job verhilft.

Die Quote der kursteilnehmenden Personen inkl. Weiterbildungskurse haben den Vorteil, die Qualifikationsstruktur des Arbeitskräftepotenzials deutlich zu verbessern. Dieser Qualifikationserfolg ist jedoch mit Kosten verbunden. Insgesamt bleibt die Stellensuchendenquote mit Kursen höher als in der Situation ohne Kurse. Als eine mögliche Alternative bietet sich die Förderung von Qualifizierungsmassnahmen bei Firmen an.

Zudem würde die Quote der Stellensuchenden geringfügig um 0,1 Prozentpunkte sinken. Fazit Die Resultate zeigen, dass das Ziel einer Reduktion der Arbeitslosenquote durchwegs erreicht wird, dasjenige einer Steigerung der Beschäftigungsquote auf regulären Stellen hingegen nicht unbedingt. So führt der Zwischenverdienst zu insgesamt deutlich mehr Stellen, verdrängt aber reguläre Stellen zugunsten von subventionierten Zwischenverdienststellen.

Weiterbildungskurse verbessern zwar die Qualifikationsstruktur, erhöhen aber auch die Anzahl Stellensuchender. Beschäftigungsprogramme und Bewerbungskurse reduzieren die Stellensuchendenquote.

Generell lässt unsere Simulation den Schluss zu, dass arbeitsmarktliche Massnahmen die Funktionsweise des Arbeitsmarktes stark beeinflussen können. Die gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungswirkungen müssen dabei nicht notwendigerweise im Einklang mit den mikroökonometrisch geschätzten Teilnahmeeffekten stehen, wie das Beispiel von Beschäftigungsprogrammen zeigt. Mikro-Studien weisen für solche Programme eine Verschlechterung der Arbeitsmarktaussichten von Teilnehmenden aus.

Die dem nachfolgenden Artikel zugrunde liegende Studie untersucht die Ursachen dieser Unterschiede und erarbeitet Handlungsempfehlungen für die verschiedenen Entscheidebenen im Vollzug des Arbeitslosenversicherungsgesetzes.

Als besonders erfolgskritische Erfolgsfaktoren erweisen sich eine effektive Vermittlung, intensive und gute Arbeitgeberkontakte sowie eine konsequente Aktivierung der Stellensuchenden.

Dies ist in besonderem Masse von den Fähigkeiten und der Motivation des Personals abhängig. Die wichtigsten Fragestellungen sind: Welche Veränderungen und Verbesserungen wurden seit realisiert? Welche Lehren wurden im Laufe der letzten Jahre gezogen? Welches sind die Erfolgsfaktoren für eine rasche und dauerhafte Eingliederung von Stellensuchenden? Obwohl die relativen Wirkungsunterschiede zwischen den jeweils besten und schlechtesten RAV in den letzten Jahren weit gehend konstant geblieben sind, haben sich die Wirkungen einer Vielzahl von RAV deutlich verbessert.

Mit diesen wurde das Ziel verfolgt, die verschiedenen in der Realität existierenden RAV-Typen zu eruieren, um anschliessend die Frage zu untersuchen, welche Erfolgsfaktoren für die RAV der einzelnen Typen entscheidend sind. In Bezug auf die Führungsphilosophie der Leitung ist zu unterscheiden zwischen Standardisierern, welche den Beratenden umfangreiche explizite Vorgaben für die tägliche Arbeit machen, und diejenigen, welche den Beratenden grössere Ermessenspielräume in der Fallbearbeitung belassen.

Bei beiden Typen gibt es erfolgreiche und weniger erfolgreiche RAV. Hier lassen sich drei RAV- Typen unterscheiden: Die Qualifizierer setzen im Vergleich zu den anderen RAV häufiger qualifizierende als aktivierende Massnahmen ein und verfügen weniger oft Beschäftigungs- und Basisprogramme, Zwischenverdienst und Sanktionen.

Die strengen Aktivierer setzen vor allem auf aktivierende Massnahmen sowie Zwischenverdienst und üben mit dem gegebenen Sanktionsinstrumentarium einen zusätzlichen Druck aus.

Die weniger strengen Aktivierer setzen ebenfalls auf aktivierende Massnahmen und Zwischenverdienst. Die Druckerzeugung mittels Sanktionen wird jedoch zurückhaltender angewendet. Die Studie zeigt, dass ein entscheidender Erfolgsfaktor darin liegt, die Stellensuchenden frühzeitig und konsequent zu aktivieren. Im Wesentlichen sind drei Gruppen zu unterscheiden: RAV-Leitende, die hauptsächlich Führungsaufgaben im engeren Sinne wahrnehmen und sich kaum am Tagesgeschäft beteiligen.

Dieses Modell ist grundsätzlich zu empfehlen, lässt sich aber nur in kleinen RAV anwenden. Die Führung ist jedoch vielschichtiger und komplexer, womit die Gefahr von Führungsmängeln entsprechend grösser ist. Oft handelt es sich hierbei um RAV mittlerer Grösse. Bei ihnen überwiegen die operativen Tätigkeiten als Personalberater Will ein RAV seine Wirkungen verbessern, muss es die Optimierungen bei den dominierenden Erfolgsfaktoren ansetzen.

Dies sind jene Erfolgsfaktoren, bei denen ein vergleichsweise grosses Optimierungspotenzial für die Wirkungen besteht. Sie sind letztlich für die besseren Wirkungen der erfolgreichen RAV verantwortlich. Die Studie lokalisiert vier zentrale dominierende Erfolgsfaktoren, bei denen viele RAV wesentliche Optimierungspotenziale haben.

Konsequente und frühzeitige Aktivierung der Stellensuchenden Es ist entscheidend, dass es den RAV gelingt, die Stellensuchenden konsequent und frühzeitig zu aktivieren. Dies kann mit verschiedenen, im Einzelfall alternativ oder auch komplementär anwendbaren Strategien erreicht werden. Folgende Strategien haben sich bewährt: Arbeitgeberkontakte und Vermittlungsaktivitäten Die Arbeitgeberkontakte haben in verschiedener Hinsicht eine wichtige Funktion.

Ein bedeutender Effekt ist dabei, dass die Beratenden dank persönlichen Kontakten zu Arbeitgebern ihre Arbeitsmarkt- und Branchenkenntnisse verbessern können. Diese Wirkungsunterschiede sind zum einen auf ein unterschiedliches Potenzial der Beratenden und zum andern auf Unterschiede in Engagement und Motivation zurückzuführen. Das Potenzial der Beratenden kann zum Teil durch gezielte Weiterbildung beeinflusst werden, ist aber in verschiedener Hinsicht auch durch Persönlichkeitsmerkmale bestimmt, die nur bedingt änderbar sind.

Hierbei zeigt sich, dass nicht in erster Linie harte Anreize wie materielle Zuwendungen, sondern v. Dossierbelastung Eine steigende Dossierbelastung der Beratenden z. Sie kann sich entweder in Form einer Reduktion der Dienstleistungen bei einzelnen Stellensuchenden oder durch generelle Reduktion einzelner Dienstleistungsarten bei allen Stellensuchenden ausdrücken unterdurchschnittlich geänderte Definition des Indikators geänderte Einflussfaktoren Quelle: Einen entscheidenden Vier Standard-Erfolgsfaktoren Neben den oben beschriebenen dominierenden Erfolgsfaktoren existieren eine Reihe wichtiger Erfolgsfaktoren, bei denen die meisten RAV heute bereits ein hohes Niveau erreichen.

Diese so genannten Standard-Erfolgsfaktoren sollten von allen RAV möglichst vollumfänglich erfüllt sein. Allerdings können hier durch weitere Optimierungen keine wesentlichen Wirkungsverbesserungen mehr erzielt werden. Die Studie zeigt die folgenden vier Standard-Erfolgsfaktoren auf: Entwickelt sich dadurch in den einzelnen Teams eine Subkultur bzw. Diesbezüglich besteht ein übergeordneter Handlungsbedarf für das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco und die Kantone.

Die langfristige Betreuung von Personen, deren Eingliederung sich erwartungsgemäss nicht innert 1 bis 2 Jahren realisieren lässt, müsste dauerhaft in die Verantwortung einer einzigen, langfristig für diese Personen zuständigen Eingliederungsinstitution gelegt werden.

Haben die Stellensuchenden die Schwelle zur Langzeitarbeitslosigkeit überschritten, droht in der Mehrheit der Fälle die Aussteuerung. Deshalb sollten für die RAV bzw. Sollen AMM künftig intensiver oder weniger intensiv eingesetzt werden? Und wenn ja, welche Massnahmen?

Ob diese Wirkungseinbussen geringer sind als die eingesparten Massnahmenkosten was die Reduktion des AMM-Einsatzes ökonomisch rechtfertigen würde , können wir nicht abschliessend beurteilen.

Wird vor dieser Ausgangslage entschieden, die Ausgaben für AMM zu senken, dann erachten wir es aus ökonomischer Sicht als wichtig, dass das Seco den Kantonen nur den Gesamtumfang der Kürzung des Massnahmeneinsatzes vorgibt und es ihnen überlässt zu entscheiden, bei welchen Stellensuchenden welche Massnahmen reduziert werden sollen.

Von einer zentralen Vorgabe des Seco, bestimmte Massnahmentypen zurückhaltender einzusetzen, raten wir ab. Dies hängt mit den vorhandenen Ermessensspielräumen in Kombination mit den unterschiedlichen Philosophien der RAV zusammen. Zudem ist zu erwarten, dass einzelne RAV die Sanktionspraxis weniger streng handhaben, als dies im Gesetz vorgesehen ist.

Eher unwahrscheinlich ist, dass von den RAV verschiedentlich nicht gesetzeskonforme Sanktionen verhängt werden, da die Versicherten dagegen vermutlich die gegebenen Rechtsmittel ergreifen würden.

Aus ökonomischer Sicht erachten wir die unterschiedliche Sanktionspraxis nicht als kritisch. Die Wahrscheinlichkeit, für ein bestimmtes Fehlverhalten sanktioniert zu werden, ist jedoch nicht überall in der Schweiz gleich hoch. Dieser kann so schnell nicht beseitigt werden, da die Erschliessung neuer Quellen viel Zeit in Anspruch nimmt. Anleger sind auch nach den Kurssteigerungen der vergangenen Monate gut bedient mit Aktien der grossen Energiegesellschaften, die über hohe Reserven — eine wichtige Messgrösse für den künftigen Erfolg — verfügen.

Weil Ölmultis ihre prall gefüllten Kassen nutzen, um auf Einkaufstour zu gehen, können risikofreudigere Investoren auf Übernahmekandidaten — sprich kleinere Gesellschaften mit lukrativen Öl- und Gasfeldern — setzen. Im Umfeld hoher Ölpreise gewinnen alternative Energiequellen, die während Jahrzehnten kein Thema mehr waren, wieder an Bedeutung. Ölschiefer ist indes ein irreführender Begriff, weil er weder Öl enthält noch ein Schiefergestein ist.

Tonnen Öl — das entspricht rund einem Hundertstel des heutigen Weltenergieverbrauchs — gewonnen werden. Dafür sind aber Investitionen in Milliardenhöhe notwendig.

Unternehmen sind erst bereit, diese zu finanzieren, wenn der Ölpreis langfristig auf hohem Niveau verharrt. Verschiedene Staaten unternehmen erste Anstrengungen, den Unternehmen dabei unter die Arme zu greifen. Ziel ist es, eine entsprechende Industrie im eigenen Land zu fördern oder die Abhängigkeit von Ölimporten zu reduzieren.

Über einen hohen Bestand verfügen auch Australien und China. Doch bis Ölschiefer eine realistische Alternative zu konventionellem Rohöl wird, sind noch einige Hürden zu überspringen: Denn selbst wenn die Technik Fortschritte macht, bleiben die Probleme der Emissionen und der Endlagerung von teilweise hochgiftigem Abfall. Mit zunehmender Energieknappheit rücken Umweltschutzgedanken leider in den Hintergrund.