Brum­mer, der

 


Brunner zwingt die Opfer, in sogenannte Judenbezirke zu ziehen, und macht die jüdischen Gemeinden dafür verantwortlich, dass die Deportationsquoten eingehalten werden.

Unerkannt in Syrien


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Brunner Leverkusen, Germany, Brunner modernisiert das Grossraumbüro. Funktionalität und Ästhetik neu definiert. Finden Sie Brunner hier: Halle A Stand Designers Saturday Halle Girsberger AG Stand -. Halle 3 Stand Antisemitismus ist dort weit verbreitet, zu Nazizeiten war "Mein Kampf" ein Bestseller. Viele arabische Nationalisten erinnern sich wehmütig an die engen Beziehungen zu Nazideutschland, von dem sie sich ein Ende der französischen und britischen Kolonialherrschaft erhofften.

Irgendwann steigt er in den Waffenhandel ein. Mitte der Fünfzigerjahre ist die deutsche Gemeinde in Damaskus überschaubar: Wehrmachtveteranen, die von den Syrern geworben wurden, um die Streitkräfte auszubilden. Auch einige ehemalige Nahostexperten der SS, die ihre alten Kontakte vergolden wollen, sind dabei. Seine Söhne studieren in der Bundesrepublik.

Von den Bonner Vertretungen in der Region muss Brunner nichts befürchten. Für Brunner sind es entspannte Zeiten. Nach einiger Zeit lernt er bei einem Arztbesuch Witzke kennen, den späteren Mitbewohner.

Witzke versucht sich in verschiedenen Jobs, zuletzt unterrichtet er Deutsch am Goethe-Institut. Die Männer bleiben beim "Sie", und doch scheint der misstrauische Brunner Vertrauen zu fassen. Er nimmt Witzke mit zum Bridgespielen.

Es ist die wohl grauenhafteste Kartenspielrunde der Weltgeschichte. Nachdem er vorzeitig aus der Haft entlassen wurde, floh er nach Syrien. Von ihm stammt die berüchtigtste Spesenabrechnung des "Dritten Reichs".

Als Grund für eine Reise gab er an: Auch er ist flüchtig. Brunner hat Frau und Tochter in Österreich zurückgelassen. Er schickt ihnen Geld und prahlt vor Mitbewohner Witzke, dass er sie auch schon in Südtirol getroffen habe. Er fragt nach Unternehmen, deren Interessen er "wahrnehmen könne". Im Jahr darauf kommt Vogel nach Damaskus. Ob er Brunner getroffen hat, ist unbekannt.

Angesichts der vielen Kontakte erstaunt nicht, dass Brunners Anwesenheit in der syrischen Hauptstadt kein Geheimnis bleibt. Am besten ist vermutlich der BND informiert, dem bis heute nachgesagt wird, Brunner angeheuert zu haben, wofür es allerdings keine Belege gibt. Aus den jetzt vorliegenden Unterlagen geht hervor, dass Pullach mehrere Quellen unter den Deutschen und Syrern im Umfeld des Mörders unterhält. Zudem gibt es einige Journalisten, die wissen, wo Brunner steckt, und zugleich zu Pullachs Informanten zählen.

Ein Blick ins Archiv des Auswärtigen Amts zeigt indes: Der Massenmörder meldet sich schriftlich oder schickt Bridgepartner Rademacher, wenn er etwas will, etwa seinen Pass verlängern.

Da beruft er sich sogar auf seine "Bekanntschaft mit MdB Vogel". Immerhin, Reisepapiere scheint er nicht bekommen zu haben. Wann helfen sich die alten Kameraden, wann nutzen sie einander aus oder erpressen sich sogar? Was ist Journalismus, was Geheimdienstarbeit oder Strafvereitelung? Schaefers Geschichten darüber, wie er Brunner gefunden hat, variieren. Rademacher stellt ihn dann wohl in Damaskus bei Brunner vor. Posser bittet Schaefer, Brunner darauf anzusprechen. Doch Brunner verweigert die Kameradenhilfe.

Er liefert jedenfalls dem Nachrichten-Magazin die Information, wo Brunner lebt, und ein Foto, das erste nach Kriegsende. Liegt das an Mahnke? In der Ausgabe vom 1. Dieser wird mit Foto abgebildet und als Säufer geschildert, dem nicht zu trauen sei, da er im Auftrag des Ostens "die Schwerindustrie mit den Gräueln des Dritten Reiches in Verbindung bringen und sie so diffamieren möchte". Verbreitet er öffentlich Unwahres, um Brunner zu schützen?

Will er Schaefer strafen? Dass Germani den Kollegen Schaefer am liebsten mundtot machen würde, ist belegt. Er denunziert ihn beim syrischen Innenministerium. Zweimal planen die Syrer, Schaefer aus Beirut zu entführen. Zum Glück kommt es nicht dazu.

So langsam wird es für Brunner eng. Die Israelis machen inzwischen Eichmann den Prozess. Die Weltöffentlichkeit interessiert sich nun auch für dessen Stellvertreter. September holt Brunner ein Paket auf dem Hauptpostamt ab. Als er es öffnet, explodiert ein Sprengsatz. Zwei Postbeamte sterben, Brunner überlebt schwer verletzt. Vielleicht war der Mossad der Absender, vielleicht ein anderer Dienst, den die Waffengeschäfte stören.

Der Vertrauensarzt der deutschen Botschaft behandelt Brunner, der mehrere Finger und das linke Auge verloren hat. Im Wartezimmer arrangiert der Mediziner ein Treffen mit einem Legationsrat.

Dieser soll angeblich herausfinden, ob es sich bei dem Verletzten wirklich um Brunner handelt. Der Diplomat — ein ehemaliger Nazi — berichtet mitfühlend, der Nazimörder sei ein "Gebrochener und Verfemter, der in Ruhe gelassen sein will".

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass Brunner vermutlich besser gefahren wäre, hätte er sich der westdeutschen Justiz gestellt. Ihm wäre nicht nur das Attentat erspart geblieben, er wäre wohl auch sonst glimpflich davongekommen. Im Krankenhaus wird er bewacht, und es ist unklar, ob die Syrer ihn schützen oder eine Flucht verhindern wollen.

Nach einem Staatsstreich teilt die syrische Regierung im Juli mit, sie halte es nicht "für ausgeschlossen", Brunner abzuschieben. Doch das Blatt wendet sich. Auf einmal tischt Damaskus die Lüge auf, Brunner habe das Land verlassen.

Ein Diplomat der Botschaft vermutet, die syrische Regierung könne es sich nicht erlauben, "einen in ihren Augen als Todfeind Israels Angesehenen auszuliefern".

Und die Bundesregierung nimmt das hin. Syrien ist ein Schlüsselland im Nahostkonflikt, zeitweilig bekommt das Regime Entwicklungshilfe, die Geheimdienste kooperieren, syrische Offiziere werden ausgebildet. Die Botschaft solle in der Sache Brunner "nicht verstärkt" insistieren, "da dies den deutsch-syrischen Beziehungen schaden könne", schreibt ein Nahostexperte des AA.

Als sich herumspricht, was Schenck plant, versiegen die Informationen. Warum sollen sie ihn ernst nehmen? Brunner spricht nun mit Journalisten aus aller Welt. Sie schildern hernach einen immer noch hasserfüllten Antisemiten. Er ist im Rentenalter, geht frühmorgens im Zenobia-Park spazieren, hält Kaninchen.

Kurz vor der Jahrtausendwende kommt noch einmal Bewegung in den Fall. Deutsche und französische Ermittler starten einen letzten Versuch.

Der Syrer verspricht eine Antwort und lässt dann ausrichten: Die Nachrichtenlage ist verwirrend. Eine Ortskraft der Botschaft und ein syrischer Flüchtling in Deutschland erzählen, sie hätten Brunner gesehen. An den Verstümmelungen ist er gut zu erkennen. Es gibt allerdings auch gegenteilige Meldungen. Ein französischer Journalist berichtet, Brunner sei im Krankenhaus verstorben.

Das französische Magazin "XXI", das vor wenigen Wochen meldete, Brunner sei verschieden, beruft sich auf ehemalige syrische Geheimdienstmitarbeiter. Vielleicht stimmt das, vielleicht auch nicht. Solange der Bürgerkrieg in Syrien tobt, kann die zuständige Kölner Staatsanwaltschaft die Angaben nicht überprüfen.

Dass das Assad-Regime Rechtshilfe gewährt, sei nicht zu erwarten, so die Ermittler. Möglicherweise erledigt sich der Fall Brunner aber auch von selbst. Bei Alois Brunner wäre das der 8. Petersburg arbeitete er im Europaparlament in Brüssel. Nitze School of Advanced International Studies.

DVA; Seiten; 34,99 Euro. Gelesen Verschickt Gesehen 1. Der Meteorit von Tscheljabinsk: