Westpark (München)

 


Epub Mar 6. Ich wurde in einen Raum gebeten, in dem schon ca. Was die Faktoren angeht, bin ich auch eher skeptisch, meiner Meinung nach ist es These A.

Inhaltsverzeichnis


Die Fleckung des Fells ist individuell verschieden ausgeprägt. Bei einzelnen Individuen kann die Fleckung nahezu vollständig fehlen oder ist auf die Läufe beschränkt. Andere Individuen weisen dagegen auf ihrem Fell deutlich erkennbare, dunkelbraune bis schwarze Punkte und Linien auf, die von der Grundfärbung des Fells besonders deutlich auf den Vorderläufen und am Schwanz abgesetzt sind.

In Florida hat man allerdings einige melanistische Rotluchse gesichtet und auch gefangen. Ihr schwarzes Fell ist möglicherweise durch ein besonders dichtes Fleckenmuster verursacht. Wie bei den anderen Luchsarten sind auch beim Rotluchs die Hinterläufe deutlich länger als die Vorderläufe. Die dreieckigen Ohren sind auf ihrer oberen Rückseite schwarz gefärbt. Bei einzelnen Individuen können diese sogar ganz fehlen.

Die Nase ist an ihrer Vorderseite rötlich, an den Seiten dagegen grau bis braunrot. Die Augenfarbe ist gelblich bis ockerfarben mit schwarzen Pupillen. Der Durchmesser der Pfotenabdrücke kann zwischen zwei und acht Zentimeter schwanken, die durchschnittliche Rotluchsfährte ist etwa vier Zentimeter breit. Bis heute konnte der Rotluchs dieses Verbreitungsgebiet weitgehend halten. Rotluchse kommen heute nicht mehr in einigen Teilen des mittleren Westens und des Ostens der Vereinigten Staaten vor, wo sie ihre Lebensräume auf Grund einer intensiven Landwirtschaft verloren haben.

Die nördliche Verbreitungsgrenze des Rotluchses ist vor allem von der Höhe bestimmt, die die Schneedecke im Winter erreichen kann.

Anders als der Kanadische Luchs kommt der Rotluchs mit hohen Schneelagen nur schlecht zurecht. Auf einer Schneedecke laufende Rotluchse brechen daher tiefer ein als jene und sind damit in ihrer Fortbewegung bei Schnee behindert. In Nova Scotia konnte der Rotluchs den Kanadischen Luchs partiell verdrängen, nachdem die dortigen Nadelwälder teilweise gefällt wurden, um in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt zu werden. Die südliche Verbreitungsgrenze erreicht er im Übergangsbereich zu den Tropen.

Rotluchse sind sehr anpassungsfähig. Sie sind in den Everglades von Florida ebenso beheimatet wie in den hochgelegenen Felsregionen der Rocky Mountains , den Appalachen oder den Halbwüsten Kaliforniens. Als Revier nutzen sie auch landwirtschaftlich genutzte Flächen, wenn diese einen ausreichenden Waldbestand aufweisen oder ihnen angrenzende Sumpfgebiete oder Steinbrüche ausreichend Rückzugsmöglichkeiten bieten.

Rotluchse sind gelegentlich auch in Stadtrandgebieten zu beobachten, wenn diese an weitgehend naturbelassene Zonen angrenzen. Untersuchungen in Maine wiesen allerdings nur eine geringe Konkurrenz zwischen Rotluchs und Kojote oder Rotfuchs nach. Der Rotluchs ist dämmerungsaktiv. Die erste Aktivitätsphase beginnt gewöhnlich drei Stunden vor Sonnenuntergang und währt bis Mitternacht. Die zweite Aktivitätsphase setzt mit dem Sonnenaufgang ein und endet drei Stunden nach Sonnenaufgang.

Während dieser beiden Aktivitätsphase legt der Rotluchs in der Regel eine Wegstrecke zwischen drei und elf Kilometer zurück. Die Aktivitätsphasen unterliegen einer jahreszeitlichen Schwankung.

Im Herbst und Winter ist der Rotluchs häufiger am Tag aktiv, da auch seine Beutetiere in dieser Zeit stärker tagaktiv sind. Reviergrenzen werden durch Harn, Losung und durch Kratzspuren an Bäumen markiert. Innerhalb seines Reviers nutzt der Rotluchs eine Reihe verschiedener Versteckplätze. Meist präferiert er eines dieser Verstecke und nutzt die anderen Rückzugsmöglichkeiten nur gelegentlich. Typische Verstecke finden sich in hohlen Baumstämmen, in dichtem Unterholz oder in Dickungen sowie unter Felsüberhängen.

Die Ergebnisse einzelner Untersuchungen sind dabei widersprüchlich: Diese Ergebnisse stimmen auch mit denen zahlreicher früher durchgeführter Untersuchungen überein. Wie die meisten Katzenartigen leben Rotluchse überwiegend einzelgängerisch. Ihre Reviere überlappen sich jedoch häufig. Weibliche Rotluchse überschreiten nur selten die Reviergrenze eines anderen weiblichen Tiers. Anders als bei den meisten anderen Katzenartigen tolerieren männliche Rotluchse es, wenn sich ihr Revier mit einem gleichgeschlechtlichen Tier überschneidet.

Auf einem Gebiet von 65 Quadratkilometern können zwischen einem und 38 Rotluchse leben. In Kalifornien hat man in Gebieten, in denen Rotluchse nicht bejagt werden und eine hohe Populationsdichte besteht, 2,1 Männchen je Weibchen gezählt.

Mit sinkender Bestandsdichte verändert sich dieses Verhältnis, so dass in dünn besiedelten Regionen nur noch 0,86 Männchen je Weibchen leben. Diese Untersuchungen legen nahe, dass Männchen besser in der Lage sind, in Regionen mit einem hohen Konkurrenzdruck durch andere Rotluchse zu überleben. Der Rotluchs ist ein Überraschungs- oder Lauerjäger. Anders als der auf wenige Beutetierarten spezialisierte Kanadische Luchs ist der Rotluchs ein opportunistischer Jäger, bei dem das Beutespektrum überwiegend davon bestimmt ist, welche Tierarten im jeweiligen Lebensraum vorkommen.

Im Norden seines Verbreitungsgebiets ist dagegen der Schneeschuhhase ein wesentliches Beutetier. In Neu-England , wo sich das Verbreitungsgebiet dieser beiden Tierarten überlappt, stellen sie beide gemeinsam den Hauptteil der erlegten Beutetiere dar. Im südlichen Verbreitungsgebiet sind gelegentlich Baumwollratten die wichtigste Beutetiere. Kleineren Nagetieren, Vögeln sowie auch Fischen und Insekten lauert der Rotluchs an den Stellen auf, an denen sie reichlich vorkommen, und schlägt sie dann im Sprung.

Auch Hirscharten zählen zu den Beutetieren des Rotluchses. Er jagt sie bevorzugt im Winter, wenn kleinere Beutetiere seltener sind oder wenn eine hohe Bestandsdichte von Hirschen gegeben ist. Er schlägt dabei bevorzugt Jungtiere. Er ist aber auch in der Lage, ausgewachsene Tiere zu töten, die acht Mal mehr wiegen als er.

Die Beutereste vergräbt er unter Schnee oder Blättern. Ihre Fortpflanzungsfähigkeit erreichen Rotluchse in der Regel im zweiten Sommer. Weibchen sind gelegentlich bereits gegen Ende ihres ersten Lebensjahrs empfängnisfähig. Weibchen haben einen Zyklus von 44 Tagen, innerhalb dessen sie fünf bis zehn Tagen lang empfängnisbereit sind. Bei ausgewachsenen männlichen Rotluchsen setzt die Spermaproduktion im September oder Oktober ein, und das Männchen ist jeweils bis in den nächsten Sommer fähig, ein Weibchen zu begatten.

Fortpflanzungsfähig sind Rotluchse in der Regel bis zum Ende ihres Lebens. Die Paarungszeit variiert etwas je nach Region, aber dauert in der Regel vom Winter bis in den Vorfrühling. Am häufigsten kommt es zu Paarungen in den Monaten Februar und März.

Ein dominantes Männchen hält sich in dieser Zeit in der Nähe eines Weibchens auf. Zum Paarungsspiel der Rotluchse gehört es, dass die Tiere einander spielerisch jagen und balgen. Andere Männchen können sich in der Nähe aufhalten, sind aber in diese Paarungsspiele nicht involviert. Sobald das Weibchen empfängnisbereit ist, kommt es zur Paarung, wobei das Männchen das Weibchen mit dem für Katzenartige charakteristischen Nackenbiss greift.

Untersuchte Tiere, die noch kein Revier besetzt haben, hatten keinen Nachwuchs. Die meisten Geburten erfolgen in den Monaten April und Mai. In Ausnahmefällen wirft das Weibchen ein zweites Mal. Diese Jungtiere kommen dann in der Regel erst im September zur Welt. Als Wurfplatz wählt das Weibchen meist einen hohlen Baumstamm oder eine kleine Höhle.

Die Jungen kommen blind zur Welt und öffnen erstmals ihre Augen an ihrem neunten oder zehnten Lebenstag. Ihre Umgebung erkunden sie erstmals in einem Alter von vier Wochen. Die sind so gierig, die nehmen jeden! Es fiel mir leicht, zu überblicken wie das Geschäftsprinzip funktioniert, deshalb war mir schon damals klar: Diese Weiterbildungsinstitute , die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden schossen, delektieren sich am Elend von uns Erwerbslosen und auf Kosten der Beitrags- und Steuerzahler.

Manche dieser Institute kann man durchaus auch als ideologische Schulungsstätten bezeichnen. Menschen werden für die Wirtschaft dressiert. Selbst wenn der hochautomatisierten Leistungsgesellschaft die produktiven Arbeitsplätze schwinden, die Weiterbildungsbranche schult die Erwerbslosen gerne - aus Eigennutz natürlich.

Aber wehe, ich hätte mich nicht lernbereit gezeigt! Heer der Erwerbslosen eingegliedert zu werden. Die nächsten Kursteilnehmer warteten schon auf ihr Praktikum. Möglicherweise hält sich der ein oder andere auch ein wenig länger am Firmament der Leistungsgesellschaft - das ist ja durchaus möglich. Irgendwann beginnt dann alles wieder von vorne: Diese Ähnlichkeit drängte sich mir geradezu auf. Leider verschloss die Masse der Bürger die Augen. Nicht nur die erniedrigenden Hartz-Gesetze, auch die Ausnutzung von Praktikanten wurde von der Mehrheit ganz offensichtlich akzeptiert.

Nach dieser Studie waren fast 50 Prozent der von Hochschulabsolventinnen und - absolventen durchgeführten Praktika unbezahlt und dauerten im Durchschnitt fünf Monate. Ich fand das nicht akzeptabel.

Ich denke, es war wie immer: Solange es nicht der eigene Arsch ist der brennt, kümmert sich niemand darum. Bedauerlicherweise schafft der nicht tangierte Bürger auf diese Weise ein Klima der Duldung für massive Eingriffe in Bürger- bzw. Menschenrechte - nicht nur von Erwerbslosen. GmbH Dortmund natürlich auch noch zustimmen musste. Erwerbssuchende - ein Schwerstverbrecher!

Das Perfide ist jedoch, dass allen von klein auf gesagt wird: Jeder kann es schaffen, wenn er sich nur intensiv bemüht. Diese verbale Motivationsspritze gilt für so viele Lebensbereiche. Dennoch steckt eine dreiste Lüge in der Aussage. Denn nicht alle können beispielsweise Führungskräfte oder Unternehmer werden. Nach Oben hin wird die Luft immer dünner.

Uns Teilnehmern bei der c. GmbH Dortmund wurde die gleiche Motivationsmöhre vor die Nase gehalten. Mit solchen Sätzen wird gern deutlich gemacht, dass diejenigen, die keinen Job haben, oder bekommen, halt selbst daran schuld sind.

Sie haben sich eben nicht genug bemüht. Dies ist die Individualisierung des Scheiterns! Die Messlatte wird in einer Wettbewerbsgesellschaft zwangsläufig immer höher gelegt. Die Arbeitswelt ist dadurch autoritärer geworden als sie noch 10 oder 20 Jahre zuvor war. Das ist doch devinitiv kein gesellschaftlicher Fortschritt. Und man darf sich durchaus die Frage stellen: Muss das denn sein? Es ginge auch anders. Zum Beispiel mit dem erwähnten bedingungslosen Grundeinkommen, wie sie der Prof.

April auf die Frage ob das. Möglicherweise hilft der Klimawandel dabei. Es dauert vielleicht nur noch ein paar Jahrzehnte Der Vertrag zwischen mir und dem Weiterbildungsinstitut c. GmbH Dortmund kam wie befürchtet ganz flott mit der Post. Da sich die Vetragsfreiheit aus Artikel 2 GG ableitet, konnte ich gar nicht glücklich damit sein, hier eine Unterschrift leisten zu müssen.

Ich wollte eine Arbeit und ein Einkommen und kein Praktikum. Wenn ich meine Gefühle bei diesem grundgesetzwidrigen Zwang zur Unterschrift beschreiben soll, dann waren da in meinem Kopf Chaos, Wut, Hoffnungslosigkeit - ja, auch Hass.

Ich halte es für vollkommen normal, wenn man in dieser Situation sinistre Gedanken bekommt. Man braucht in Deutschland heute doch niemanden mehr zu foltern oder gar schlimmeres antun. Dann gibt man ihnen einen verblödenden Ein-Euro-Job, durch den die Trägergesellschaft auch noch gut verdient. Oder steckt sie in eine eher weniger als mehr sinnvolle, von der JobCenterARGE finanzierte, und für den jeweiligen Träger noch wesentlich lukrativere, Trainings- bzw.

Dort werden den Zwangsteilnehmern ihre evtl. Auch Kritiker des Mainstreams, also dem heutigen Neoliberalismus, müssen erst gebrochen werden! Dies alles geschieht in der Armutsindustrie, die sich heute den Millionen Erwerbslosen annimmt.

Dann wird die Umerziehung zum wertschaffenden Faktotum zur psychischen Folter. Die Politiker der etablierten Parteien spucken ihm dabei im übertragenen Sinne ins Gesicht. Ich halte dies für schikanös und für eine staatsrechtliche Spielform des Sadismus. Meine Gefühlswelt an diesem Tag war nicht im Geringsten das, was man ausgeglichen nennen könnte, als ich mich auf den Weg machte.

Die Tür stand offen. Als ich in den Raum blickte, guckte ich mir gleich wieder den nettesten Typen aus, neben dem ich mich setzen konnte. Aber auch das hob meine Stimmung nicht. Ich war total niedergeschlagen. Fühlte mich hilflos, leer und irgendwie allein gelassen.

Den anderen Teilnehmern schien es ähnlich zu gehen. Sie starrten eher apathisch vor sich hin. In ihren Gesichtern konnte ich keine freudige Erwartung lesen. Nach und nach füllte sich der Raum. Die Leiterin der c. Da war er wieder. Dieses Praktikum diente ja nicht der beruflichen Orientierung oder der akademisch fundierten Qualifizierung.

Nein, wir sollten einfach nur arbeiten. Zur Belohnung bekam man lediglich theoretisch wenigstens eine Jobchance. Heute bekommt man keinen Job, heute bekommt man eine Chance auf einen Job. GmbH Dortmund, waren eine unglaublich heterogene Truppe, und sollten nun für fünf Monate kostenneutral für die Unternehmen schuften.

Nicht nur ich war über die meiner Ansicht nach arbeitsmarktpolitische Ungeheuerlichkeit die hier ablief empört. Die meisten fügten sich nach und nach in ihr Schicksal. Bei mir jedoch hielt sich diese Empörung am längsten. Die Dinge passten einfach nicht in mein Weltbild. Zum feinen aber wichtigen Unterschied, hier ein Blick auf: Zeigt sich ein Kandidat nicht willig, so unterstellt man ihm mangelnde Leistungsbereitschaft und droht ihm mit der Kürzung, respektive dem Entzug, seiner üppigen Existenzsicherung damals noch Euro.

Die Nazis sagten früher: Ein Schelm, wer hier eine Ähnlichkeit sieht! Wenn es sogar erzwungene Praktika als sozial hinstellt, weil doch gütigerweise Arbeit geschaffen wurde? Narürlich war das die falsche Frage. Die richtige hätte lauten müssen: Dafür bin ich ja viel zu wissbegierig, viel zu neugierig. Das liegt in meiner Natur. Neue Dinge zu lernen gibt mir einen Kick, macht mir Freude.

Aber was ich lerne, das möchte ich immer noch selbst bestimmen - sonst komme ich mir vor, wie zur Reprogrammierung abkommandiert um meine wirtschaftliche Nutzbarkeit und Verwertbarkeit zu erhöhen. Die viermonatige theoretische Phase brachte mir als studiertem Wirtschaftsingenieur, wie zu erwarten war, nichts Neues.

Ich musste langweilige Wiederholungen über mich ergehen lassen. Da hätte ich auch zu Hause in meine Bücher schauen können. Eine der auf Honorarbasis arbeitenden Lehrkräfte war zwar ziemlich humorvoll, so dass ich diese Stunden recht entspannend fand. Aber das tröstete mich nicht über die Grundsituation hinweg. Ebensowenig brachte die Computerschulung. Lediglich die Handouts waren für uns nützlich. Geschätzter Marktwert je Exemplar: Das Pimpen der Bewerbungsunterlagen war zwar durchaus sinnvoll, aber dafür hatte es auch ein Tage-Crash-Kurs getan.

Das war natürlich nur vorgetäuscht und ich kannte seine verneinende Antwort auch bereits im Voraus. Mir ging es jedoch darum den anderen Teilnehmern vor Augen zu führen, dass zwar über 4. Den Teilnehmern Euro für Garderobe zu geben, wäre sicherlich eine nachfrageorientierte Vorgehensweise. Heute beherrscht jedoch die angebotsorientierte Form unser Wirtschaftsleben. Klar, dass ich nicht widerstehen konnte. Ich konnte doch mein ketzerisches Mundwerk nicht halten.

Ich sagte ihm, dass ich dieses System der Weiterbildungsbranche und der vorgesehenen Praktikantenzuschanzung durchaus durchschaut hätte. Das ich durchaus wüsste, dass der Arbeitsmarkt uns, mit unseren unterschiedlichen und oft multiplen Defiziten, nicht wirklich braucht.

Nach diesem Besuch durch Herrn Ö. Ein Nachhaken durch wen eigentlich? Man sei dann mit ihm zum Therapeuten gegangen, der ihm dann Pillen verschrieben hätte. So läuft das also: Wer nicht spurt, dem droht man mit psychiatrischer Zwangs- Behandlung. Das war wirklich ein starkes Stück. Ein gesundes Misstrauen ist doch im Hinblick auf über Jahre Arbeitnehmergeschichte, mit den vielen Arbeitskämpfen um bessere Arbeitsbedingungen und Löhne vollkommen normal.

Leider passt man auch heute die Arbeitsprozesse nur ungern den Bedürfnissen der in diesen Prozessen tätigen Menschen an. Man passt die Menschen den Arbeitsprozessen an und bezeichnet dies als Optimierung. Wer in diesen Arbeitsprozessen durch Erschöpfung Symptome von Schwäche zeigt, dazu gehört auch Zynismus, Bitterkeit, Gleichgültigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen, dem wird ganz unverhohlen empfohlen sich psychotherapeutisch und psychopharmakologisch behandeln zu lassen um seine individuellen sozialen und beruflichen Kompetenzen zu erhöhen.

Um den Anforderungen der Wirtschaft heute zu genügen, betreiben immer mehr Arbeitnehmer, und sogar schon Studenten, freiwillig Neuro-Enhancement um ihr Verhalten zu optimieren. So kann man auch Märkte generieren. Unser Personalentwickler, Herr B. Er trank ein Glas Wasser halb leer und fragte, wer lieber sagen würde, dass das Glas halb leer sei und wer eher meinte, das Glas sei halb voll. In Punkto Selbstmotivation sparte er ebenfalls nicht an der oberflächlichen Argumentation wie die professionellen Motivationstrainer bei denen die Leute am Ende der Veranstaltung glückselig lächelnd den Saal verlassen.

Diese durften meist zuvor horrende Eintrittspreise bezahlen. Selbstdarstellung und freie Rede wurde geübt. Dies kannte ich aus dem Studienfach Rhetorik und man kann es eigentlich nicht oft genug üben. Adäquates Verhalten in diversen Situationen und in der Gemeinschaft wurde ebenso besprochen wie situationsgerechte Kleidung. Nun ja, die wenig abwechslungsreichen Hawaihemden des Herrn B. Auch wenn es Mai und recht warm war. Obwohl wir keinen Punk, Tattoofreak etc.

Bringt halt Füllstoff in den Vortrag. Eine etwas fülligere Dame unter uns, wurde sogar mit Tipps für eine ausgewogene Ernährung versorgt.

Und Buchhinweise gab es natürlich auch. So sinnvoll, wie manche Dinge ganz sicher sind, ist die erzwungene Situation in der solch ein Training stattfindet, eine unangenehme. Man sei an seinem Schicksal selbst schuld. Mit ein bischen Mühe klappt es schon mit einem Job oder wie hier, mit einem Praktikum. Das Problem wird individualisiert, die Verantwortung der Gesellschaft auf den Einzelnen übertragen. Und dazwischen schwingt permanent mit: Erwerbslose muss man re- sozialisieren! Dazu fällt mir der Satz vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten.

Er hatte aber einen gut bezahlten Job. Übrigens habe ich die ganzen Monate dort bei der c. GmbH Dortmund nichts gegessen. Also, 20 Euro für ein Büchlein wären sinnvoller angelegt gewesen. Stattdessen bekamen wir furchtbar schlecht kopierte Fotokopien sukzessive ausgeteilt. Wer nicht anwesend war musste zusehen, wie er an die Zettel kam. Dilletantischer und wertloser ging es nun wirklich nicht mehr!

Unter Anleitung von Personalentwickler K. Die meisten Teilnehmer stimmten für diesen kurzen, aber meiner Meinung nach viel zu devoten Slogan: Auf dem Gang zwischen dem Seminarraum und dem Computerraum sagte er unter vier Augen zu mir: Ich wollte nicht zu den Idioten gerechnet werden. Als zweiten Part sollte, neben dem Flyer, eine Homepage entwickelt werden mit dem gleichen anbiederndem Ziel, incl.

Abrufmöglichkeit für jedermann von Details und Lebensläufen der Teilnehmer. Wir meldeten die Internetadresse www. Es wurden bestimmte Formulierungen im Anschreiben empfohlen. September bis zum Januar ihr Team im Rahmen eines 'Training on the Job' kostenneutral verstärken.

Ich hatte starke Zweifel, dass wir mit derartigen Anschreiben überhaupt für vollgenommen wurden. Aber darauf kam es anscheinend niemanden an. Irgendwann im Laufe des Tages, kam man auf die angeblich häufig nicht ausbildungsfähigen Azubianwärter zu sprechen und ich meinte dazu, dass man dies auch unter einem etwas philisophischeren Aspekt sehen könnte und doch in den Fokus der Betrachtung rücken sollte, dass wir als Menschen nur auf Basis von Chemie arbeiten.

Es sei doch inhuman von der Wirtschaft, die Menschen allein auf ihre Arbeitsfähigkeit zu reduzieren, die zudem noch wie Maschinen funktionieren sollen. Mai beim Radiosender WDR 5 gegen Dies ist aber ein ganz typisches und immer wieder anzutreffendes Verhaltensmuster: Man übe eine durchaus angebrachte leichte Kritik an den herrschenden Verhältnissen - hier an der neoliberal geprägten, allein auf Wirtschaftlichkeit fokussierten Arbeitswelt - und hinterfragt deren Auswirkungen, und schon kommt da so eine verstaubte Keule aus der rechten ideologischen Ecke angesaust mit dem Ziel einen zu treffen und in die Knie zu zwingen.

Erinnert mich irgendwie an so alte Sprüche wie: Platter ging es nicht. Auf der Webseite der FAZ stand: Er bezieht ungerechtfertigterweise staatliche Leistungen und verweigert zugleich Steuern und Sozialabgaben. Am frechsten war die Schlussfolgerung: Ausweitung auf ganz Deutschland und auf alle von Schwarzarbeit betroffenen Branchen ist dringend geboten. Offenbar ging es um ganze andere Dinge: Zurück zu den Praktika: Wären freiwillige Praktika nicht besser?

Man hätte doch durchaus eine Regelung finden können um den Erwerbslosen zu sagen: Seht her, es gibt die Möglichkeit in der Wirtschaft Praktika zu absolvieren, zum Beispiel für vier Wochen. Unternehmen und Kandidat haben somit die Möglichkeit sich kennenzulernen. Man hätte auch sagen können, wenn euch etwas nicht behagt, dann könnt ihr jederzeit ohne Sanktionen wieder aufhören. So wären schwarze Schafe und menschenverachtende Verhaltensweisen bei den Unternehmern leicht auszuschalten.

Genau dies wurde aber bewusst nicht gewünscht und damit bewusst nicht ermöglicht. Der Grundsatz im deutschen Recht: Dazu gibt es ein Urteil vom Sozialgericht Aachen: Für mich ist es eine Form von Gewalt, wenn ich gegen den Willen von einem anderen Menschen etwas mache.

Dies war so die Zeit, in der ich anfing über einige Fragen ernsthaft nachzudenken. Ja, über sehr viele Fragen sogar. Warum nur werden erwachsene Menschen von der Arbeitsagentur derart gegängelt? Warum nur derartig entmündigt? Warum wird in Deutschland immer und nahezu alles komplett unethisch gemacht?

Selbst, wenn es gut gemeint ist? Gut gemeint für wen? Ausbeuter und Menschenschinder haben dadurch doch freie Hand. Muss dieses so sein? Ja, offenbar sollte dieses genau so sein. Der Dumme bei solchen Geschichten, da komplett dem Wohlwollen des Unternehmers ausgeliefert, beispielsweise wegen dem Druck mit dem Praktikumszeugnis, ist mal wieder der Erwerbslose als schwächstes Glied in der Kette.

Als ob das nicht auch besser ginge. Warum nur tun sich diese Politiker in diesem Land so schwer den abhängigen Menschen die Freiheit zu geben selbst zu entscheiden?

Warum geben sie Unternehmern freie Hand in jeder Beziehung? Warum erfolgt keine Steuerung des ordnungspolitischen Rahmens nach ethischen Gesichtspunkten? Sind sie nur Handlanger der Kapitalbesitzer? So langsam begann ich mich noch intensiver um Wirtschaftspolitik zu kümmern.

Denn Mitte begannen bereits einige Wolken an den Finanzmärkten aufzuziehen, die so dunkel waren, dass auch dem Blauäugigsten hätte mulmig werden müssen. Das sich Deutschland laut Transparency International auch im Jahr , wie im Jahr zuvor, wieder auf Platz 14 der weltweiten Korruptions-Rangliste befand, ist doch wirklich bemerkenswert. Das Wirtschaftsingenieurwesenstudium kratzte da ja nur an der Oberfläche und war mehr ver deckend als auf deckend. Es galt zu schauen, wem wirtschaftspolitische Entscheidungen und die Veränderung gesellschaftlicher Strukturen monetär dienen.

Wer profitiert von den Deregulierungsbestrebungen, den Privatisierungen, der Entrechtung der Arbeitnehmer, der Zunahme atypischer Beschäftigungsverhältnisse usw.?

Wie verändern beschlossene Gesetze die Vermögensverhältnisse der Gesellschaft, wie zersetzen sie den Zusammenhalt, die Solidarität der Bevölkerung? Wer glorifiziert den Marktmechanismus und verachtet den Sozialstaat sowie kapitalinteressenbeschränkende Regeln?

Nun erst hatte ich einen detaillierteren Überblick und konnte Entwicklungen, auch in der Arbeitsmarktpolitik, mit den Interessen der Kapital- und Vermögensbesitzer korrelieren. Die Flyer kamen aus der Druckerei und wurden umgehend versandt. Flyer zur Versendung an Unternehmen Natürlich wurde durch diesen Flyer die Wirtschaft gefördert, das liegt auf der Hand.

Zumindest die Papierindustrie, die Druckerei und die Post haben Umsatz gehabt. Aber auch die Computerindustrie und die Energiewirtschaft partizipierten von unserer Nonsensarbeit. Alles also eine Art Wirtschaftsförderung. Er fragte locker und lässig in die Runde, wer denn schon einen Praktikumsplatz in Aussicht hätte. Zwei Personen meldeten sich, worüber Herr B. Somit hatte ich mit meiner anfänglichen Vermutung also vollkommen Recht!

Uns wurde erklärt, dass man flexibel sein solle was die Praktikumsstelle angeht. Nicht fixiert sein auf eine Sparte, einen Tätigkeitsbereich. Ich kann mich doch nicht ständig neu orientieren und ziellos rumeiern wie eine Kompassnadel im Bermudadreieck - irgendwann muss ich ja mal meine Linie finden. Eine Dame einer zwei-Leute-Franchisenehmeragentur besuchte uns vormittags.

Sie benötigte einen fünften! Eine avisierte Übernahme erschien jedem von uns als unglaubwürdig. DAS fand ich plötzlich spannend! Dies wurde von den Teilnehmern recht unterschiedlich von , mehrheitlich jedoch mit weniger als fünf laufende Bewerbungen angegeben.

Ich wandte ein, dass ich die Bewerbung auf eine Festanstellung vorziehe, da doch angeblich die Wirtschaft boomen und Fachkräfte gesucht würden. Jemand erwähnte, er hätte bereits einen Praktikumsvertrag unterzeichnet bei einer Firma über die er durch Beziehungen gekommen sei, worauf Frau F. GmbH Dortmund und dem jeweiligen Unternehmen geschlossen werden. Wir waren also definitiv nur Arbeitssklaven - da hatten wir es!

Unseren Herrn durften wir nur bedingt wählen. Und auch nur, solange die Theoriephase lief. August, so drohte Frau F. Ich bezweifelte, dass von denen schon mal jemand etwas von Artikel 12 unseres Grundgesetzes gehört hat. Plötzlich waren alle Teilnehmer hellwach. Wir warteten gespannt auf die Antwort.

Lapidar sagte Frau F. Uns fiel auf, dass ihr absolut bewusst war, wie sehr man uns verarschte, aber sie taten es alle ohne jegliche Scham. In welchen archaischen Zeiten leben wir eigentlich - Scotty, beam me up! Uns wurden in den nächsten Wochen noch mehr Praktikumsstellen vorgeschlagen als zuvor.

Der Aushang war vollgepackt. Ich bewarb mich nur widerwillig auf ausgewählte Stellen. Daneben hatte ich laut Eingliederungsvereinbarung ja noch mindestens vier Bewerbungen pro Monat zu schreiben. Ein Vertrag zwischen mir und der c. Also, unter einem Vertrag verstehe ich etwas anderes. Fakt ist - ich gab zu keinem Zeitpunkt eine Verpflichtung ab, mich Unternehmern in Bewerbungen um ein Praktikum anzubiedern.

Aber mir blieb nichts anderes übrig, als das bittere Spiel noch eine Weile mitzuspielen. Ich - engagierte - möchte - Einsatzbereitschaft - meine - Herausforderung - durch - annehmen - Persönlichkeit - die - Ziele - Ihres - innovativen - Unternehmens - meine - Kenntnisse - meine - und - umzusetzen - fachlichen - gewinnbringend.

Mit dieser tollen Aufgabe für Debile, durften sich nun 24 Akademiker einen Vormittag lang beschäftigen. Alles sträubte sich in mir, solch einen Irrsinn mitzumachen und so brillierte ich nicht damit, als einer der ersten die Lösung gefunden zu haben. Eine ältere Dame war sogar richtig happy. Spätestens da wurde mir klar, dass ich irgendwie anders bin. Dort wurde ein Beschäftigungsträger gezeigt, bei dem Spielzeugspenden auf Funktionsfähigkeit und Vollständigkeit für eine mögliche Weitergabe an Bedürftige geprüft wird.

Dort sind auch gespendete Puzzlespiele zu testen. Da schwärmte eine leitende Person ganz stolz: Wir haben es echt weit gebracht. Bedauerlicherweise finden sich immer genug Menschen, die so etwas bereitwillig mitmachen. Ein Schnüffler bei mir zu Haus Oops, ich wurde schriftlich zur Klärung einer leistungsrechtlichen Angelegenheit zur Leistungsabteilung der Arbeitsagentur gebeten.

Gelegentlich malte ich mit Ölfarben ein Bild, fertigte ein Objekt oder eine Skulptur an. Dies war entspannend und produktiv. Das machte ich bereits seit dem Jahre Und es hilft einem, wenn man innere Wut in etwas Positives umwandelt. Aber leider stimmt der Spruch von Wilhelm Busch: Mit einem roten Punkt - wie in einer echten Galerie.

Ich fuhr an diesem warmen Sommertag mit dem Fahrrad zur Arge. Richtung Stadteinwärts auf dem Radweg neben der vielbefahrenen B Der Gang auf der Etage der Leistungsabteilung war schmucklos und kahl.

Der Raum zu dem ich musste, war nicht schwer zu finden - alles gut durchnummeriert. Als ich an die Tür klopfte, wurde ich hereingebeten. Nachdem ich Platz genommen hatte, warf mir ein Herr S. Da ich dieses noch nicht gemeldet hätte, solle ich doch bitteschön darlegen, welche Einkünfte ich bisher aus selbständiger Tätigkeit erzielt hätte. Dies versuche ich ja zu ändern. Darunter fallen auch selbst gemalte Ölbilder, Skulpturen, Objekte etc. Er verzog die Mundwinkel zu einem gequälten Lächeln und schnaufte.

Zu den als verkauft gekennzeichneten Werken konnte ich, als erfolgloser Hobbykünstler, bestätigen, dass diese Werke noch in meinem Besitz waren. Mein Wort galt jedoch nichts. Zuvor musste ich jedoch ein Schriftstück unterschreiben, indem ich bestätigte, dass die Preise für die Kunstwerke am Markt noch nicht zu erzielen sind, sich die als verkauft gekennzeichneten Werke noch in meinem Besitz befinden, ich den Webauftritt selbst gestaltet habe und der in Anspruch genommene Webspace mir unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde.

Nur Fingerabdrücke wollte man nicht haben. Das kommt sicher irgendwann noch - alles nur eine Frage der Zeit, dachte ich. Als ich 20 Minuten später, etwas aus der Puste gekommen, ankam, wartete er bereits in seinem Wagen vor meiner Haustür. So viel Einsatz wäre bei der Steuerfahndung wünschenswert.

Daher habe ich auch in allen Räumen an den Wänden meine Bilder und Objekte hängen. Dabei entging mir nicht sein prüfender Blick auf das Bett in meinem Schlafgemach und auf den Zahnputzbecher mit den verschiedenen Zahnbürsten im Bad. Er fragte jedoch nicht danach, warum dort mehrere drin steckten. Auch darauf hätte ich ihm eine plausible Antwort geben können. Natürlich habe ich kein Atelier, bestenfalls ein Wohnraumatelier.

Penibel wie ich bin, lagen auch keine mehr oder weniger ausgequetschten Farbtuben und farbverschmierte Pinsel und Lappen herum, wie man sich einen Schaffensort eines Künstlers so vorstellt. Warum einige Kunstwerke als verkauft markiert sind? Wie sieht das denn sonst aus Hätte ich jedoch Einnahmen erzielt, hätte ich sie selbstverständlich der Leistungsabteilung gemeldet.

Klar, dieser permanente Druck ging auch an mir nicht spurlos vorüber. Ich bin darüber recht grau geworden. Auch hatte ich damals darüber nachgedacht, wie schnell man doch durch eine Sprung vor den nächsten herranrollenden 40 Tonner sich dieser demütigenden Schikane hätte entledigen können.

Aber hätte eine derartige Aktion die Helfershelfer oder gar die Architekten der menschenverachtenden Hartz-Gesetze irgendwie tangiert? Ich denke sie hätten nur gesagt: Kurz danach hat sich die Suizidrate auf sechs pro Tag verdoppelt.

Ich selbst bin da eher der Typ der vorher ordentlich auf- beziehungsweise abräumt, so dass es sich für mich lohnt und gehörig rappelt im Karton.

Arsch mit Arm Damals habe ich die Welt lieber mit einem Kunstwerk beglückt: Andere vorbereitete Etiketten tragen die Aufschrift: Bei solchen Gipsaktionen die entsprechenden Körperpartien vorher guuut enthaaren und eincremen. Sonst ziept es ganz ordentlich. Ach ja - der Gips wird beim Erhärten angenehm warm. Inklusive einem fünfmonatigen Praktikum. Alles auf Steuerzahlerkosten also. Ich hielt es für eine ebenso fragwürdige Geschichte wie bei der c-GmbH, bei der die Weiterbildung eher eine Tarnung zu sein schien, um auch hier jedes Jahr aufs Neue erwerbssuchende Menschen einer Beschäftigungstherapie ohne akademischen Anspruch zu unterziehen.

Ähnlich wie bei den Unternehmen F. Gelernter und zertifizierter Praktikant. In Summe entfallen gerade durch diese Praxis viele Normalarbeits- verhältnisse. Auch wenn der Praktikant am Ende doch einen Job bei dem Unternehmen bekommt, bei dem er das Praktikum absolviert hat, so musste er zuvor für eine gewisse Zeit dem Unternehmen billig bis kostenneutral zur Verfügung stehen. Die Praxis mit den Parktika machte auch vor den Schulabgängern nicht halt.

Statt, wie früher, eine Ausbildungsstelle nach der Schulzeit zu bekommen, dürfen sich heute viele zuerst in ein Praktikum einbringen. Manche können eine ganze Reihe davon vorweisen. Begründungen für die Sinnhahftigkeit, gibt es viele, keine Frage. Unzählige Menschen im Land, durften sich in den letzten Jahren in Praktika verdingen. Wer Pech hatte, dem wurden bestenfalls die Fahrkosten erstattet.

Vielen erging es auch nicht besser. Die Besten werden schon an der Uni abgeworben. Die zweite Reihe benötigt etwas Zeit für die Jobsuche. Der übrig gebliebene Rest und die ehedem Geschassten, durften für die Weiterbildungsbranche instrumentalisiert werden — natürlich zu hohen Kosten — auf Kosten der Steuer- und Beitragszahler. Die Dozententätigkeit wurde oft lediglich niedrig vergütet. Die Geschäftsführung dafür umso üppiger. Diese Form der Wirtschaftsförderung trägt eine neoliberale Handschrift.

Natürlich schaffen immer einige besonders Engagierte aus einem Praktikum den Sprung in eine feste Stelle - die Möglichkeit besteht tatsächlich. Also für den einen oder anderen gab und gibt es dieses sogenannte Sprungbrett schon. Gerade dies wird ja in der Diskussion immer vorne angeführt, damit dieses Instrument seine Existenzberechtigung erhält.

Wer erst einmal mehr Praktika, Weiterbildungen, Arbeitsgelegenheiten usw. Für die Wirtschaft war es das bestimmt. Die Tage bei der c. GmbH Dortmund wurden hektischer. Die Rechner im viel zu kleinen Nebenraum waren schon ganz früh zur Stellenrecherche besetzt.

Der Papierdurchsatz des Druckers erhöhte sich rapide. Wir waren richtig busy. Es standen Vorstellungstermine an. Wir mussten ordentlich strampeln und Leistung zeigen. Wer bockte, wurde von den Personalentwicklern und den Angestellten in die Mangel genommen. Immer so, dass möglichst viele auch genug mitbekommen. Scham und Angst wurde unser Antrieb. Ich hatte ein erstes Vorstellungsgespräch bei einem innovativen Unternehmen im Technologiepark Dortmund. Hier hätte ich gerne ein Praktikum gemacht - auch fünf Monate - weil mich die Produkte interessieren und Chef wie Personaler ganz okay zu sein schienen.

Leider ist daraus nichts geworden, jemand anderes wurde vorgezogen. Tja, man kann halt nicht immer gewinnen. Natürlich habe ich in diesen Monaten etliche Bewerbungen auf reguläre Stellenangebote geschrieben, ganz klar. Diesem Wahnsinn durch die Annahme einer regulären und sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstelle entgehen zu können, diese Chance wollte ich natürlich nutzen.

Ich hatte mal wieder ein Vorstellungsgespräch! Zwei Tage später wurde ich angerufen und zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Ein detaillierter Arbeitsplan wurde mir gereicht. Arbeiten wie in einem bezahlten Job. Die Frage, ob es denn eine Vergütung während der fünfmonatigen Praxisphase gäbe, wurde verneint.

Also kein Geld - noch nicht mal einen Zuschuss zum Kantinenessen, stellte ich fest, als ich diesbezüglich nachhakte. Der fette, feiste Personalchef mit dem glänzenden Mondgesicht beugte sich vor.

Seine Arme sanken so schwer auf den Tisch, dass dieser leidvoll knarzte. In einer deutlich wahrnehmbaren, ganz offensichtlich gierigen, geradezu hörbar händereibenden Art, sagte er zu mir: Mein erster Gedanke war: Wie tief, menschlich gesehen, kann ein Personalchef eigentlich sinken? Meine Erschütterung konnte ich verbergen, aber nicht meine Gedanken für mich behalten. Es platzte geradezu aus mir heraus: Meine Frage, ob es denn nach der Praxisphase die Möglichkeit der Übernahme gibt, wurde umgehend verneint.

Ich sagte, dass ich bei einer dreimonatigen Praxisphase dies möglicherweise noch hinnehmen könne - so wie es auch in dem SGB III stehe und auch ein Gericht dies noch im März bestätigt habe, jedoch bei einer fünfmonatigen. Zurverfügungstellung von Arbeitskraft eine geringe Vergütung sicher motivierend wäre. Irgendwie fand ich das nett und höflich formuliert. Mit soviel Widerstand hatte er offenbar gar nicht gerechnet.

Da ich zuvor jedoch die Webseite besuchte, wusste ich, dass dort acht Positionen für Akademiker vakant waren. Mit der Gewissheit, derart verarscht zu werden und noch nicht einmal die Möglichkeit einer festen Anstellung in Aussicht gestellt zu bekommen, ging ich nicht weiter auf das tolle Praktikumsangebot ein.

Man verabschiedete sich recht kühl. Die Situation erinnerte mich an die Inquisition. Nur die Foltermethoden haben sich geändert.

Man wünschte mich in der Mittagszeit zu sprechen. Mein Fallmanager, der Herr K. Ich wurde gefragt ob ich etwas trinken wolle. Mein Wunsch nach einer Tasse Kaffee wurde erfüllt. GmbH Dortmund zu reden. Ich solle gesagt haben: GmbH Dortmund arbeite am Rande der Legalität. Wohl, weil ihm klar wurde,. Erstaunlich war der gemachte Aufstand dann natürlich nicht. Gibt es hier in der Nähe etwa ein Wespennest? Hatte ich etwa einen blanken Nerv getroffen? Leistungsstreichung und damit die Vernichtung meiner wirtschaftlichen Existenz schwang im Raum.

Ich musste mich nun verteidigen, erzählte den Sachverhalt und erwähnte, dass es bei der Dortmunder Firma L. Es ging lediglich um einen Praktikumsplatz. GmbH Dortmund ja bei 80 Prozent.

Sorry, aber mir wurde berichtet, wie diese Zahlen zustande kommen - jeder Abgang in sozialversicherungspflichtige Arbeit wird als Erfolg verbucht, unabhängig davon, wie und durch wen er zustande kommt. Da die Aspiranten Geld verdienen wollen - ist für sie jeder schlecht bezahlte Job besser als ein unbezahltes Praktikum mit ungewissen Zukunftsaussichten.

Also wird jede Möglichkeit ergreifen um kein Praktikum absolvieren zu müssen. Für die Erfolgsquote von 80 Prozent musste die Beschäftigung nur sechs Monate andauern - mehr nicht. Auch ich hätte diese Chance genutzt, wenn sie sich mir geboten hätte. Dennoch wollte ich nicht glauben, dass für diesen Zweck jedes Mittel geheiligt werden durfte.

Aus der Erwerbslosenstatistik verschwand übrigens auch die junge Dame, die sich einige Wochen zuvor, an ihrem Geburtstag, auf dem Weg zum Praktikumsplatz früh morgens mit ihrem Wagen um einen Baum gewickelt hat. Viele von uns Teilnehmern bei der c. GmbH Dortmund sprachen darüber, ob es sich bei diesem Unfall um einen möglichen Suizid handeln konnte.

Wir hielten dies durchaus für vorstellbar, nachdem, was wir erlebten. Wir Akademiker wurden und werden offenbar nicht gerade für voll genommen. Das sieht man ja schon daran, dass die Personaler Rückmeldung geben, dass man Auskunft über unser Auftreten und unser Denken erteilt.

GmbH Dortmund unterhielt, war intensiv geknüpft - die Bande war offenbar stark. Man vertraute sich, man sprach sich ganz offensichtlich intensiv ab und über die Teilnehmer aus. Von mafiösen Strukturen möchte ich natürlich nicht reden, aber sie kommen einem in dieser Situation unweigerlich in den Sinn. Bezüglich der fünf Monate Praxisphase sagte sie, dass ich ja einen Vertrag unterzeichnet hätte. Die drei Personen schauten sich ein wenig irritiert an. Aber ich hatte gar nicht vor den Kotau zu machen.

In Anbetracht der drängenden Zeit, die Theoriephase lief ja Ende August ab, verlangte man von mir in den nächsten Wochen intensivste Bemühungen um einen Praktikumsplatz - Bundesweit! Die mir servierte Tasse Kaffee hatte ich in der ganzen Zeit nicht angerührt.

Der Kaffee war mittlerweile genauso erkaltet wie das Klima im Raum. Stellt man Menschen eine Aufgabe die nicht, oder vermeintlich nicht, lösbar ist, so unterliegen sie psychischem Druck. Jeder geht damit anders um. Von uns konnte ihr niemand helfen. Auch andere wurden massivst unter Druck gesetzt. Es gab reichlich Krankmeldungen. Zwei Stunden später berichtete ich unserem Personalentwickler, dem Herrn B. Er lief mir im Hause über den Weg.

Er hielt die Vorgehensweise der c. Mittlerweile fühlte auch er sich unwohl in seinem Job bei der c. GmbH Dortmund und beeilte sich zu erwähnen, dass er doch, wie ich ja wüsste, schon immer sozial eingestellt war und sei. Letztendlich ging und geht es nur um kostenlose Arbeitskräfte für die Wirtschaft - wer nicht mitspielen will, wird fertig gemacht! Es geht um einen Milliardenmarkt! Der Unternehmerschaft kostenlos zu Diensten zu sein. So viel Christlichkeit ist doch überwältigend!

Innerlich enorm aufgewühlt und auch verärgert darüber, dass man ganz bewusst mit uns dieses üble Spiel trieb, fuhr ich an diesem Tag zur c. Als ich dort angekommen umgehend ins Büro schritt und Frau M.

Ich klärte sie darüber auf, woraufhin sie, ohne mir ins Gesicht zu sehen, meinte: Ich empfand es als eine nicht zu überbietende Respektlosig- keit, eine Unverschämtheit. Auch ihre Weigerung, sich nicht mit der möglichen ethischen Verwerflichkeit ihres eigenen Handelns befassen zu wollen. Die Bundesagentur für Arbeit hat Fehlverhalten bei der Praktikavergabe eingeräumt.

Sie hat also die eigenen Gesetze gebrochen. Beziehungsweise sich nicht an sie gehalten. Das darf man getrost unterstellen. Ich habe die Texte des SWR und die ver.

Darauf entgegnete sie furztrocken: Man wollte also nicht mit mir über dieses Thema reden. Natürlich war ich ein Querulant.

Unter diesen Umständen sogar recht gerne. Als ich am darauf folgenden Tag im Büro nachhakte, wurde mir dann mitgeteilt, dass ich mich am Montag den September bei meinem Fallmanager melden sollte. Man hätte mein Erscheinen telefonisch angekündigt. GmbH Dortmund hätte ihm mitgeteilt, dass ich nicht kooperativ sei und sie keinen Sinn darin sähen, dass ich mich weiterhin bemühen würde. Das man richtig sauer auf mich war, war nicht zu übersehen. Das Büro meines Fallmanagers war verschlossen.

Ich klopfte an die Nebentür und fragte nach Herrn K.. Ich erfuhr, dass mein Fallmanager angeblich Urlaub hatte. Der Vertreter war merkwürdigerweise auch nicht zugegen. Ich solle am Empfang einen neuen Termin vereinbaren, wies man mich an. Ich ging also wieder hinunter zum Empfang, um mir einen neuen Termin geben zu lassen.

Irgendwie brauchte sie eine Weile. Eine verdächtig lange Weile. Es schien viel Text auf dem Monitor dort zu stehen. Sie las ihn bedächtig. Ich schaute sie fragend an und sie sagte mir, im Computer stünde: Aber sooo lange für einen einzigen Satz? Ich durfte also davon ausgehen, dass dort ein ganzer Bericht stand. Natürlich wollte ich diese Aussage so nicht akzeptieren und beeilte mich zu sagen, dass das Fehlverhalten nicht auf meiner Seite lag.

Aber das schien die Dame nicht zu interessieren. Sie gab mir einen Termin für den Bei mir verstärkte sich der schon länger bestehende Bruxismus. Das hat richtig Zahnschmelz gekostet. Mein Zahnarzt freut sich jedesmal wie Bolle, wenn ich zu ihm komme. So zermahlen sind meine Zähne. Per Einschreiben kam die Aufforderung zur Stellungnahme über mein angeblich vereinbarungswidriges Verhalten während der Theorie- phase bezüglich der Praktikumsplatzsuche.

Ich hätte aktiv verhindert einen Praktikumsplatz zu bekommen, womit der Tatbestand für den Eintritt einer Absenkung oder Wegfalls des Arbeitslosengeldes II gem. Das Instrument zur Erniedrigung und wirtschaftlichen Vernichtung von Menschen. Der Paragraf der den Erwerbslosen Gehorsam gegenüber Arbeitgebern lehren soll. Der ihre Aufmüpfigkeit, ihren Widerstand brechen, den letzten Rest ihrer Würde nehmen soll. Der es ihnen unmöglich macht, Lohn und Gehalt mit einem Arbeitgeber frei auszuhandeln.

Mir wurde die Gnade erwiesen, mich schriftlich bis zum In dieser Gesellschaft gilt der Grundsatz: Keine Strafe ohne Schuld. Warum wurde ich mit Freiheitsentzug bestraft?

Im Umkehrschluss bedeutet dies, erwerbslos zu werden ist offenbar eine strafbare Handlung die sanktioniert werden muss. Damit wären wir wieder bei dem offenen Strafvollzug , wie der dm-Drogeriekettenbesitzer Götz W. Es kam, wie es kommen musste. Das, was ich in der Anhörung geschrieben hatte, sei nicht relevant, beschied man mir. Die Aktenlage sei eindeutig. Das war blanker Unsinn.

Das wussten alle Beteiligten. Also wollte ich die Sache auch bis zum Ende durchziehen. Ich ging zum Amtsgericht. Die Rechtpflegerin beim Amtsgericht, bei der ich war, sagte, dass sie keine Chance sehe, dagegen anzugehen. Jedoch bestand ich darauf den Beratungsschein für den Anwalt zu bekommen. Irgendwie wurde mir immer klarer, wie Deutschland zu seiner unrühmlichen Vergangenheit gekommen ist. Und - wie immer eigentlich, interessiert es das Bürgertum nicht, oder will sich nicht damit belasten.

Diejenigen, die davon nicht tangiert und betroffen sind, sind heilfroh darüber, nicht zu den Ausgegrenzten zu gehören. Diejenigen, die betroffen sind, kämpfen gegen Windmühlen.

Mit dem Beratungsschein in der Hand stiefelte ich also zu einem Anwalt für Sozialrecht in meiner Wohnnähe und erzählte ihm meine Geschichte. Natürlich hätte ich auch dieses durchgezogen bis zum Ende, keine Frage. Der Anwalt übersandte mir schon mal den Antrag auf Prozesskostenhilfe. Im Wiederholungsfall würde meine Wahl ganz sicher nicht noch einmal auf diesen Anwalt fallen.

Es fiel mir leicht. In Stimmung war ich eh nicht. August abändert und die Sanktionierung für die drei Monate November - Januar aufhebt. Eine sehr beliebte Standardbegründung.

Wäre man Gefahr gelaufen, dass mafiöse Strukturen aufgedeckt worden wären? Februar Nachtrag Praktikumszwang. Die Gerichte stimmen mittlerweile zu, dass der Zwang zur Unterzeichnung einer Eingliederungsvereinbarung nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist.

Hilfeempfängern darf zwar 'zugeredet' werden, ihre Entscheidung, eine Eingliederungsverein-. Ein unter diesen Umständen abgeschlossener 'Vertrag' trägt Züge eines Formmissbrauchs; in Wahrheit nämlich handelt es sich möglicherweise um einseitiges Diktat.

In einem Artikel der Ruhr Nachrichten vom Während des Studiums sind Praktika grundsätzlich sinnvoll, nach dem Studium allerdings rät sie dringend davon ab. Ein Praktikum nach dem Studium mache sich nicht so gut im Lebenslauf.

Stattdessen empfiehlt die Karriereberaterin Trainee-Programme, die in der Regel hoch vergütet werden. Die Westfälische Rundschau berichtete: Den versprochenen Ausbildungsplatz im Anschluss als Altenpfleger hat er natürlich nicht bekommen, daraufhin hat dieser dann den Heimbetreiber auf Nachzahlung einer Vergütung für Wohnbereichshelfer verklagt und in vollem Umfang Recht bekommen.

In der Welt stand: Demnach dürfen die Behörden Arbeitslose verpflichten, zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt Bewerbungstrainings, Praktika oder Kurse zu besuchen. Nach der Katastrophe des Praktikums - nach dem fast alle Teilnehmer die eines absolviert haben, auch wieder arbeitslos wurden - hatte sich mein Fallmanager Herr K. Man sagte mir, er würde nun mit anderen Aufgaben im Hause betraut.

Meine Fallmanagerin war nun die Frau S.