Podcast: Faktor-ETFs und Smart Beta – Der Finanzwesir rockt, Folge 40

 


Wie wohltuend unterscheidet sich dieser kritische Podcast davon, der dem Thema in der vom Finanzwesir gewohnten Klarheit unübertroffen anschaulich auf den Grund geht. Istra , Moscow Oblast Germany: Je schlechter die Bonität, desto höher ist das Ausfallrisiko der Anleihe. Ramenskoye , Moscow Oblast Russia:

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Such dir aus dem "Angebot" einfach welche aus, die dich überzeugen. Calmar Ratio und Sterling Ratio https: Dabei wird die Rendite eines Assets für einen Zeitraum einfach durch den Maximum Drawdown des Assets im selben Zeitraum geteilt Calmar Ratio , oder durch den durchschnittlichen Drawdown zzgl eines gewählten Sicherheitsabschlages Sterling Ratio.

Hier geht es jetzt darum, aus der Verteilungsfunktion der Renditen eines Assets die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen, mit der eine gewünschte Zielrendite erreicht werden kann. Kannst Du kurz darstellen, wie Du die Standardabweichung ermittelt hast? Die Werte, die Du angegeben hast, sind um ein Vielfaches höher als die tatsächliche Standardabweichung. Da muss bei Dir irgendwo ein Rechenfehler drin sein.

Deswegen interessiert mich, wie Du auf die Werte gekommen bist. Die Ratio, die Du suchst, gibt es bereits. Es ist die Sortino Ratio. Mehr kann man bspw. Laut ganz puristischer Definition wäre ja auch Kommers Portfolio keinesfalls passiv. Die Musterdepots des Wesirs auch nicht. Ein weites Feld also, und da es DIE eine und einzig richtige Definition nicht gibt kann man nun beliebig diskutieren.

Ist ja im Endeffekt auch nichts anderes als was hier eh schon als Grundlagen der Börsenanlagen allgemein immer wieder beigebracht wird - wie man Produkte versteht und sie daher richtig einsetzen kann , welche Schwankungen an der Börse auftreten können und wie man sich damit arrangiert , und so weiter.

Weil Faktor-Investing jetzt nochmal eine höhere Hausnummer ist als nur das "einfache" Breitmarkt passiv-Anlegen, ist es für mich nur selbstverständlich, das man dazu auch die nötige weitere Bildungsarbeit mit leisten sollte, um das ernsthaft langfristig durchziehen zu können. Ich persönlich würde mir gegenüber ist also nur meine Meinung, keine Vorschrift oder so die ich anderen machen will dabei folgende Dinge als "Mindest-Wissen" vorraussetzen:.

Der Gedanke liegt ja auch nahe, wenn man sieht "hm, Value hat eine langfristige Überrendite gebracht, und Smallcap auch" denkt man sich sofort "was wäre wenn ich einfach beides verbinde, dann müsste ja Smallcap-Value noch besser sein? Man könnte ja noch aufdröseln, ob "Smallcap" eigentlich überhaupt eine wirkliche "Smart Beta"-Strategie im eigentlichen Sinne ist.

Danach werden sie jedoch meist auch nur wieder ihrer Marktkapitalisierung gewichtet. Demgegenüber gibt es auch noch einen anderen Ansatz, am eigentlichen "Size"-Premium wurde im Podcast ja schon angesprochen der gewisse Unterschied zu partizipieren, indem man einfach alle Aktien eines Index gleichgewichtet. Ja - sagen wirs mal so, das wirklich "komplette Passiv" ist eigentlich eh nur ein abstraktes Ideal-Modell aus der akademischen Theorie, dem man sich nur mehr oder weniger annähern kann, aber wohl nie vollständig erreichen wird.

Aber auch da gibt es Gradienten. Am Ende ist das ja sowieso vor allem nur eine eher akademische Debatte - was jeder einzelne in der Praxis daraus macht, obliegt jedem selbst nach seinen eigenen Ansprüchen und Bedürfnissen zu entscheiden. Und weil wir alle ein bischen unterschiedlich sind, unterscheidet sich auch das was für den Einzelnen jeweils "passend" ist.

Nachtrag, achja wie Stiller Leser schon erwähnt hat, scheint mit deiner Rechnung was nicht zu stimmen.

Überprüf das vielleicht nochmal, bzw lege deinen Rechenweg offen? Der "bessere" Fonds B gewinnt also trotzdem durchaus noch. Das passt also schon, die "Bestrafung" von "Schwankungen nach oben" bei der klassischen Sharpe Ratio ist in der Praxis meist garnicht so schlimm, oder anders herum gesagt, man muss schon ziemlich extreme Ausnahmebeispiele konstruieren, damit es zu signifikanten Aussageunterschieden zwischen Sharpe die alle positiven und negativen Renditeabweichungen vom Mittelwert betrachtet und anderen Ratios wie Sortino welche nur die Schwankungen auf der Downside betrachtet etc kommt.

In den allermeisten Fällen wird auch die Anlage der beiden, welche die höhere Sharpe Ratio hat, auch in den anderen Ratios die beste sein.

Für den schnellen, "allgemeinen Hausgebrauch" ist die simple Sharpe Ratio meist schon aussagekräftig genug und kann zum groben Vergleichen verschiedener Anlagen benutzt werden. Wer sich genauer für Details interessiert, kann sich natürlich auch mit den anderen Ratios beschäftigen. Das nur mal so zur Einordnung für Leute die's noch nicht wissen, was denn ein "realistischer" Sharpe-Wert überhaupt ist. Dauerhaft und zuverlässig Sharpe's jenseits der 1 erwirtschaften zu können ist jedenfalls sehr schwer und wird man nicht besonders oft finden.

Haja die allgemeinen "Finanzgesetze" eben Ab und zu also auch nicht so selten, dass man das nicht auch mal mit erleben kann passiert sowas also schon - ein genauerer Blick in die zeitliche Abfolge der Renditen zeigt dabei natürlich auch, das solche Push-Phasen meistens so nach schweren Crashs auftreten, wo die Kurse schon vorher ordentlich runtergeprügelt wurden und nun danach wieder in der Gegenreaktion aus dem Tal steil emporklettern können.

Bekommt man durch das Faktor-Investment die übliche Rediteprämie für mehr Risiko? Den gleichen Effekt könnte man doch dann simpler und günstiger dadurch erreichen, dass man das Verhältnis Tagesgeld, Staatsanleithen, etc.

Dann würde es für mich Sinn ergeben. Kommt halt darauf an wie man die Begriffe definiert. Renditen sind dabei, wie üblich, in USD, brutto und total return gemeint, und Risiko ist hier die Standardabweichung.

Achja, und der übliche Disclaimer, dass das alles natürlich erstmal nur theoretische Backtest-Daten sind also höchstens nur als grobe Orientierung, nicht zur exakten Vorhersage der weiteren Zukunft zu gebrauchen sind , sollte auch jedem klar sein ;-. Aber wie gesagt, man soll nicht einfach glauben das damit schon der heilige Gral oder die eierlegenden Wollmilchsäue gefunden wären. Um das ganze zum Abschluss nicht allzu unkritisch nur "zu schön um wahr zu sein" dastehen zu lassen, sei auch noch auf gewisse Einschränkungen und Probleme zwischen Theorie und Praxis hingewiesen, zB hier: Handelskosten sind im TER nicht enthalten.

Wenn also im ETF viele Aktien ausgetauscht werden, sollten auch höhere Transaktionskosten zusätzlich anfallen, plus weitere Kosten wie bspw. Wer will kann dies im Jahrebericht der Fondsgesellschaft mal überprüfen. Nach einer Schonfrist Abebben der Marketing-Aktion werden wohl die meisten dann wieder eingestampft, mit dem negativen Effekt fuer Dich:.

Also bleibe lieber bei den breiten markt-kapitalisierungs-gewichteten Dickschiffen der grossen Anbieter Bzw wenn du es nicht lassen kannst: Also von den reinen Transaktionsgebühren sind die schon mehr als hinreichend effizient, das beeinflusst die letztliche Fondsgesamtperformance nur noch im homöopathischen Nachkommabereich.

Was natürlich in der Tat nicht darin aufgeführt wurde sind die bid-ask spreads und sonstige "market impact costs", die der Handel von so Riesenblöcken an Aktien natürlich immer mit sich ziehen, aber sowas ist halt schwer zu bilanzieren. Allgemein darüber hinaus "verkompliziert" ja der ETF-spezielle creation-redemption Prozess den Vergleich mit uns Retailkunden, die ihre Aktien ganz normal bei einem Broker über eine Börse ordern müssen.

Also mal ganz unabhängig davon, ob die Faktoren selbst Sinn machen oder oder, muss man auch immer im Kopf behalten dass die konkreten ETF-Produkte investierbar sein und vor allem bleiben müssen. Im Endeffekt ist es doch so: Natürlich auch mit dem Gedanken, hier noch etwas mehr Managementgebühren abgreifen zu können, während die Margen ja im Hauptgeschäft immer hauchdünner werden. Am deutschen Markt werden aktuell ETFs angeboten. Die Verteilung ist also, wie mans aus vielen Bereichen kennt.

Wir wollen ja nicht aller paar Jahre gezwungen werden unsere Allokation zu ändern, nur weil unsere benutzten Produkte abgeschafft wurden. Während das bei kleinen Spezial-ETFs schon viel unsicherer ist. Diese Folge war mein persönliches highlight bisher. Als Höhrer der ersten Stunde und passiver Jünger war es für mich sehr spannend mal ein wenig die "Nieschen" auszuleuchten!

Deine bildhaften Vergleiche sind herrlich. Der Mehraufwand in Sachen Einarbeiten ins Thema ist ja doch erheblich im Vergleich zum marktkapitalisierten Standard-ETF, drum hätte mich ja noch interessiert, wie Du das mit der Einfachheit-Philosophie verbindest, Schon klar, keiner muss sich mit den Faktoren beschäftigen , und bis zu welchem Alter - Stichwort erhöhte Volatilität - du die Faktoren für Langfristig-Anleger für sinnvoll hälst. Steuern werde ich ohnehin irgendwann zahlen müssen und ein erheblicher Teil des Steuerstundungseffekts wird vermutlich ab Geschichte in D sein.

Konkurrenz belebt das Geschäft. Ich freue mich über den Preiskampf und über viele kleine neue Spartenfonds diverser Anbieter. Kaufen tue ich kaum einen davon, lege aber Wert auf Anbieterdiversifizierung. Der "erhebliche Mehraufwand beim Einarbeiten" ist eigentlich subjektiv. Weiter oben hatte ich ja schon einige Punkte angesprochen, die ich persönlich für einen langfristig erfolgreichen Umgang mit Faktoren als mindestens nötig erachte.

Wer sich wirklich für solche Wissensaneignung begeistern kann, der empfindet die Beschäftigung damit ja auch nicht als unangenehme Last, sondern macht das gern. Dann geht das auch ganz einfach und dauert nicht besonders lang oder kommt einem zumindest nicht lang vor.

Demgegenüber gibt es natürlich auch Leute, die das anders empfinden, denen es eher schwerfällt, sich zB nach Feierabend noch dafür zu begeistern.

Was die "Einfachheit-Philosophie" angeht - auf der Depot-Ebene des Endanlegers ist es ja erstmal nicht schwieriger. Hier kann tatsächlich wieder etwas "Mehraufwand" in der Verwaltung von eben kleinteiligeren ETF-Kombis lauern, aber da gilt eigentlich auch nur wieder dasselbe wie oben - ob man das überhaupt als "Aufwand" empfindet, hängt von den Leuten ab.

Sie sind erstmal nur eins, und zwar "anders". Ob das am Ende besser oder schlechter ist, hängt halt wie immer vom jeweiligen Anleger ab. Wichtig ist da zB, dass man sich mit dem unvermeidlichen Tracking Error Regret auseinandersetzt. Man investiert ja in die Faktoren, weil man sich davon zB eine höhere Rendite erhofft.

Ganz langfristig mag es die ja auch durchaus geben können, jedoch muss man dafür auch auf der anderen Seite immer mal wieder ganz unvermeidbare Phasen der zwischenzeitlichen Unterperformance durchstehen.

Wer ständig seine Faktor-ETFs ständig mit nem einfachen MSCI World vergleicht, und sofort unglücklich wird wenn sie mal ein paar Prozentpunkte hinterherhinken "wo bleibt denn die versprochene Überrendite? Man muss davon überzeugt sein und das nötige oben angesprochene Wissen, Einstellung und realistische Erwartungshaltung mitbringen, um solche Durststrecken auch wirklich überwinden zu können.

Nach all dem bis hierhin gesagten wird dich auch meine Antwort auf deine letzte Frage wenig überraschen. Das hat auch erstmal eigentlich nichts mit "erhöhter" Volatilität oder so zu tun, die wenn überhaupt ja bei Lichte betrachtet auch nicht sooo weltbewegend anders ist.

Mein persönliches Fazit ist, dass die Sache sich eher nicht lohnt, wenn man die zusätzlichen Kosten, den Aufwand und die Unklarheit berücksichtigt, ob die Faktoren sich in der praktischen Umsetzung bewähren. Hab mir jetzt aber auch mal "your complete guide to factor based investing" durchgelesen. Ein Punkt bei den vorgestellten portfolios ist mir aber nicht sicher klar.

Wenn man sich die Tabellen anschaut sieht man ein market beta return von 8. Die portfolios haben ca. Ist das als Premium zu verstehen oder ist die Rendite bei Kombination mehrerer Faktoren wirklich kleiner als die marktrendite beta? Ich leuchte mit meiner Fackel der Aufklärung: Wird oft so in der akademischen Literatur gemacht. Das geht schon beim "market beta premium" los. We will begin by looking at the premium that market beta has provided over the standard benchmark, the return on the one-month U.

Note that in finance, premiums are typically measured as the difference in the average annual not the annualized, or compound return of two factors. Thus, in the case of market beta, we calculate the annual average return to the total U. From through , the U. Not only has there been a large premium, but it has been persistent as well. Thus, the size factor is calculated by taking the annual average return of small-cap stocks and subtracting the annual average return of large-cap stocks.

The factor is thus referred to as SMB, or small minus big. Und so geht das für die anderen Faktoren auch weiter - die Definitionsmethoden stehen jeweils immer in der Kapiteleinleitung.

Beim Übergang von der akademischen Theorie in der praktischen Umsetzung gibt es dabei natürlich noch besondere Einschränkungen für uns Privatanleger. Wir können oder wollen ja nicht im nötigen Umfang wie's die Theorie vorraussetzt shorten, sondern sind gezwungen meist "long only". Da die Short-Seite und damit die "Isolation" des "reinen Faktors" fehlt, wird die letztendliche Rendite vor allem weiter vom normalen Marktbeta bestimmt, da wir es nicht "wegneutralisieren" können durchs shorten.

Vielen herzlichen Dank für die Arbeit! Ich hab die Definition zwar gelesen aber wohl erst Dank dir so richtig verstanden. Schade dass es in dem Buch nicht so aufgearbeitet wurde. Ich hatte es vielleicht schon in den Kommentaren erwähnt, aber die Literatur von Index-Anbietern ist eigentlich immer recht lesenswert - weil "praxisorientiert": Die bieten ja selbst die Faktor-Indizes an, und haben daher in ihren Unterlagen ein ureigenes Interesse, das nachvollziehbar und überzeugend rüberzubringen.

Die "Foundations" geben dir eine gute Einleitung in die Grundgedanken, die sich MSCI so beim Aufbau ihrer Faktorindizes generell machen, in den "Perspectives" findest du zum Beispiel Angaben über die langfristige Rendite der long-only Faktorindizes, und in den "Multi Faktor"-Aufsätzen behandelt man eben so Fragen wie sich gewisse Kombinationen verschiedener Faktorindizes zusammen verhalten.

Das Praktische für einen Anleger ist halt, das die MSCI-Indizes nicht nur abstrakte Theorie sind man also, selbst wenn das ja an sich ganz interessant wäre, eigentlich garnichts davon hat , sondern ziemlich oft, wenn nicht gar an meisten von allen anderen Indexanbietern schon in konkreten, investierbaren ETF-Produkten genutzt werden.

Super ChrisS, vielen lieben Dank! Mit den Infos kann man sich sehr gut durcharbeiten und im zweiten Schritt muss man sich überlegen ob das in Dtl umsetzbar und sinnig ist. Das einzige was ich jetzt noch nicht gut einschätzen kann sind die Kosten.

A higher portfolio turnover rate may indicate higher transaction costs and may result in higher taxes when Fund shares are held in a taxable account. Ha, genau das Thema hatten wir in den Kommentaren hier schon behandelt. Einfach mal hochscrollen zB auf die Beiträge vom Bezüglich der "Kosten" - im Endeffekt geht es doch dabei immer nur ums Ergebnis - wie wirkt sich das aus, was kommt hinten dabei raus? Also das einzige was zählt sind die Abweichungen von "virtuelle theoretische Indexrendite - vs - konkrete realpraktische ETF-Rendite".

Diese Renditedifferenzen sind ja die einzige Art und Weise, wie du als Anleger die Kosten merkst und "bezahlst" da die Kosten aus dem ETF-Anlagevermögen entnommen werden, also dessen Rendite direkt mindern.

Jetzt könnte man naiv-vereinfacht denken: Wenn du jedenfalls für einige ETFs einige Jahre lang die Renditeunterschiede zu ihrem jeweiligen Referenzindex vergleichst, wirst du sehen dass die nicht fix sind sondern durchaus schwanken. Und das ändert sich auch über die Jahre immer wieder. Die Emission kann als Privatplatzierung oder öffentliche Platzierung durchgeführt werden. Bei der öffentlichen Platzierung von Anleihen sind die folgenden Formen üblich:.

Anleihen werden zu einem Ausgabepreis ausgegeben, der vom Nennwert abweichen kann. Je nach Verhältnis des Ausgabepreises zum Nennwert spricht man von der Ausgabe unter pari , pari oder über pari. Der Abschlag bei unter pari wird Disagio genannt, der Aufschlag bei über pari wird als Agio oder Aufgeld bezeichnet. Eine Inlandsanleihe wird auf dem nationalen Anleihemarkt platziert.

Es handelt sich dabei um die Emission einer Anleihe eines inländischen Emittenten. Sie wird in der Inlandswährung und unter Einsatz eines inländischen Konsortiums emittiert, wobei die Vorschriften des Sitzlandes eingehalten werden müssen.

Ein Beispiel dafür ist eine Bundesanleihe. Deren Wertentwicklung misst der Deutsche Rentenindex. Es wird dabei zwischen Euromärkten und Auslandsanleihemärkten unterschieden. Eine Euroanleihe wird von einem internationalen Bankenkonsortium emittiert.

Bei einer Auslandsanleihe handelt es sich um die Anleihe inländischer Währung eines relativ zur Währung ausländischen Emittenten oder um eine Fremdwährungsanleihe. Sie wird von einem inländischen Bankenkonsortium des Währungslandes platziert. Es gelten die Vorschriften des Inlandes. Für die Investoren sind die Anleihebedingungen von Interesse, die zwischen dem Anleiheschuldner und dem emittierenden Bankenkonsortium ausgehandelt werden.

Staatsanleihen — zum Beispiel Bundesanleihen — sind dagegen nicht besicherte Anleihen. Gebietskörperschaften sind in Deutschland nicht insolvenzfähig. Seit der Zahlungsunfähigkeit Argentiniens siehe auch Argentinien-Krise findet jedoch eine Diskussion um ein Insolvenzrecht für Nationalstaaten statt.

Bundesanleihen gelten dennoch als sicher, da das Steueraufkommen und das Staatsvermögen z. Waldflächen , Immobilien , Kapitalbeteiligungen als solide Einnahmequellen gelten; der Staat kann zumindest theoretisch durch Änderung der Steuergesetzgebung stets die Mittel zur Verfügung stellen, die zur Bedienung der Verbindlichkeiten notwendig sind. In der Praxis zeigen jedoch der Fall Argentinien und die Griechenlandkrise mit ihrem teilweisen Schuldenerlass , dass dies alleine nicht ausreichend ist.

Ebenso hatte sich die Sowjetunion als Rechtsnachfolgerin des zaristischen Russland geweigert, Anleihen aus dieser Zeit zu bedienen. Das führte dazu, dass die Sowjetunion lange Zeit kein Geld leihen konnte.

Russland musste die zaristischen Anleihen Anfang der er Jahre teilweise bedienen, um mit neuen Anleihen Geld am Kapitalmarkt aufnehmen zu können. Die entstandenen Teilwertpapiere sind allesamt Nullkuponanleihen und können einzeln gehandelt werden. Die Trennung wird für den Inhaber der Anleihe von der jeweils depotführenden Stelle, dem Kreditinstitut oder der Bundeswertpapierverwaltung, vorgenommen. Seit Juli ist das Stripping von bestimmten Bundesanleihen ab einem Mindestbetrag von Anleihen gibt es in vielen verschiedenen Formen.

Der Finanzmarkt hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine Vielzahl von innovativen Finanzinstrumenten hervorgebracht, wobei Anleihen eine bedeutende Rolle gespielt haben. Viele dieser Finanzinstrumente sind wieder vom Markt verschwunden, während andere sich länger halten oder ins Standardrepertoire von Finanzinstitutionen aufgenommen wurden.

In der Fachsprache der Börse haben verschiedene Wertpapiergruppen eigene Bezeichnungen. Dies nennt man Stückzins oder Marchzins. Die nächste Zinszahlung wäre am 1. Er verkauft das Papier jedoch schon am 1. Mit einer Anleihe kann der Anleger zwei Arten von Erträgen erwirtschaften:. Die meisten Anleihen notieren in Prozent des jeweiligen Nominalwerts. Es gibt jedoch wenige Ausnahmen, die hiervon abweichend in Nominalwährung notieren z.

Als allgemeine Berechnungsformel für den Wert einer Anleihe gilt somit bei konstantem Zins r:. Ein Kaufinteressent kann also sicher mit folgenden Zahlungsströmen in den nächsten drei Jahren rechnen:. Dem Anleger stehen weiterhin die fest vereinbarten Zahlungen zu, jedoch ändert sich der Kurs Barwert seiner Anleihe:.

Das Ausfallrisiko bestimmt sich nach der erwarteten Zahlungsfähigkeit Bonität des Anleiheschuldners. Der Kupon einer Anleihe liegt zum Zeitpunkt der Anleihebegebung umso höher über dem risikolosen Marktzinssatz, je geringer die Bonität ist. Häufig ist es nicht interessant zu wissen, welchen Wert eine Anleihe am heutigen Tag hat, sondern welche Rendite man mit dem Kauf einer Anleihe zu einem heute bekannten Preis erzielen kann.

Für die Abschätzung gibt es folgende Näherungsformel:. Genauer ist es, mit einer Iteration so lange Zinssätze in die Bewertungsformel für den jeweiligen Anleihentyp einzusetzen, bis der errechnete Wert mit dem Kaufpreis übereinstimmt.

Renditerechner sind spezielle Programme für die möglichst genaue Berechnung der Rendite. Diese sind teilweise im Internet als Online-Rechner verfügbar. Neben der gebräuchlicheren Endfälligkeitsrendite Effektivverzinsung existiert auch die laufende Rendite current yield.

Auch diese unterscheidet sich vom Zinssatz. Die laufende Rendite zeigt aber die prozentuale Verzinsung auf der Basis des jeweiligen Kurses.

Um zu ermitteln, wie schnell sich der Wert einer Anleihenanlage verdoppelt, wird von Anlegern manchmal eine Faustformel verwendet: Die Zahl 70 ist durch die Endfälligkeitsrendite zu teilen. Bei einer Rendite von sieben Prozent z.

Beträgt die Rendite dagegen fünf Prozent, dauert es 14 Jahre. Voraussetzung für die Kalkulation: Bei Anleihen können Fehlbewertungen arbitriert werden. Beispielsweise ist eine Arbitragestrategie denkbar, wenn eine Kuponanleihe zu niedrig bewertet ist.

Dann kauft man diese Börsenjargon: Der Arbitragegewinn ergibt sich dann in diesem Modellbeispiel heute, wobei zukünftig alle Positionen Null ergeben. Unterschiedliche Bewertungen können sich aber auch aufgrund von Bonitätsdifferenzen und Marktfriktionen ergeben.

Die Anleiherisiken lassen sich wie folgt einteilen: Spread-, Kredit- und Liquiditätsrisiko werden zum Credit Spread zusammengefasst. Je schlechter die Bonität, desto höher ist das Ausfallrisiko der Anleihe. Schuldner mit schlechter Bonität müssen daher eine höhere Verzinsung bieten, um trotz des Ausfallrisikos attraktiv zu bleiben. Dass selbst Staatsanleihen Risiken bergen, zeigte sich beispielsweise im Dezember bei Anleihen der Republik Ecuador , die die Zinszahlungen einstellte. Das Ausfallrisiko von Anleihen lässt sich teilweise diversifizieren , indem der Anleger sein Kapital auf Anleihen verschiedener Emittenten aufteilt.

Dadurch hat der Ausfall einer einzelnen Anleihe im Portfolio einen weniger gravierenden Verlust zur Folge. Allerdings lässt sich beobachten, dass sich Anleihenausfälle in einem bestimmten Zeitintervall häufen können. Es können also deutlich mehr Anleihen in einem bestimmten Zeitraum ausfallen, als man es bei stochastisch unabhängigen Ausfällen erwarten würde.

Die Bonität einzelner Unternehmen und Anleihen bemessen internationale, unabhängige Ratingagenturen aus ihrer Sicht mit einem Rating. Anleihen von Schuldnern mit schlechter Bonität werden auch als Hochzinsanleihen , Schrottanleihen oder Ramschanleihen englisch junk bonds oder high yield bonds bezeichnet.

Um das Ausfallrisiko für den Anleger zu reduzieren, übernehmen Anleiheversicherer dieses Risiko gegen Entgelt. Das Zinsänderungsrisiko ist das Risiko, welches aus der Möglichkeit einer Änderung des Marktzinses erwächst. Zwar wird eine Anleihe immer zum Nennwert zurückgezahlt, aber der Marktzins hat einen Einfluss auf den Kurs der Anleihe, der von Bedeutung ist, wenn man die Anleihe vor ihrer Fälligkeit wieder verkauft.